Post-covid-19: Welche Kosmologie und Ethik sind einzubeziehen (II)

Viele Analysten prognostizieren, dass die Postpandemie eine extreme Radikalisierung der vorherigen Situation einleiten könnte, eine Rückkehr zum System des Kapitals und des Neoliberalismus, das versucht, die Welt durch elektronische Überwachung (Big Data) jeder Person weltweit zu dominieren, wie es bereits in China und den Vereinigten Staaten geschieht. Wir würden dann in eine Ära der Dunkelheit eintreten und unsere eigene Zerstörung riskieren, wie Rachel Carson in ihrem berühmten Buch “Silent Spring” vermutete. Daher die Forderung nach einer radikalen ökologischen Umkehr, deren Mittelpunkt aus der Erde, dem Leben und der menschlichen Zivilisation bestehen muss: einer Biozivilisation.

                 Die möglichen Risiken in der Post-Covid-19-Periode:

Wir dürfen jedoch die Macht systemischer Gewalt nicht unterschätzen. Sigmund Freud antwortete auf einen Brief von Albert Einstein aus dem Jahr 1932, in dem Einstein fragte, ob es möglich sei, Gewalt und Krieg zu überwinden, und hinterließ eine Aporie. Freud antwortete, er könne nicht sagen, welche Tendenz vorherrschen würde: der Instinkt des Todes (Thanatos) oder der Instinkt des Lebens (Eros). Sie stehen immer in Spannung zueinander, und wir können nicht sicher sein, wer am Ende triumphieren wird. Und er schloss resigniert: “Verhungernd denken wir an die Windmühle, die so langsam mahlt, dass wir verhungern könnten, bevor wir das Mehl bekommen”.

Es gibt die nicht-optimistische Meinung von Noam Chomsky, einem der größten nordamerikanischen Intellektuellen und scharfem Kritiker des imperialistischen Systems, der sagt: “Das Coronavirus ist in der Tat sehr ernst, aber es lohnt sich, daran zu erinnern, dass etwas noch Schrecklicheres nahe ist. Wir steuern auf eine Katastrophe zu, etwas Schlimmeres als alles, was jemals in der Geschichte der Menschheit geschehen ist, und Trump und seine Lakaien führen uns in den Abgrund. Wir stehen vor zwei immensen Bedrohungen. Die eine ist die ständig wachsende Bedrohung durch einen Atomkrieg, der durch die Spannungen der Militärregime noch verschärft wird; und das andere ist natürlich die globale Erwärmung. Die beiden Bedrohungen könnten gelöst werden, aber es ist nicht genug Zeit; das Coronavirus ist schrecklich und kann schreckliche Folgen haben, aber es wird überwunden werden, die anderen Bedrohungen jedoch nicht. Wenn wir sie nicht lösen, sind wir verdammt.”

Chomsky hat bestätigt, dass Präsident Trump wahnsinnig genug ist, einen Atomkrieg zu entfesseln, ohne sich darum zu kümmern, was mit der ganzen Menschheit geschehen würde.

Ungeachtet dieser dramatischen Vision des angesehenen Linguisten und Denkers hoffen wir, dass, wenn die Menschheit eine wirklich ernste Gefahr der Selbstzerstörung laufen würde, der Lebensinstinkt siegen würde. Aber das setzt voraus, dass wir eine neue Form des Bewohnens des Gemeinsamen Hauses errichtet hätten, auf Grundlagen, die weder die der Vergangenheit noch der Gegenwart sind.

              Einige gute Lehren aus der Covid-19-Pandemie

Zumindest hat das Coronavirus uns gezeigt, dass wir nicht die “kleinen Götter” sind, die behaupten, irgendetwas tun zu können; es hat uns gezeigt, dass wir zerbrechlich und begrenzt sind; dass die Anhäufung materieller Güter kein Leben rettet; dass die finanzielle Globalisierung allein in der kompetitiven Form des Kapitalismus die Schaffung einer von den Chinesen vorgeschlagenen “Gemeinschaft des gemeinsamen Schicksals für die ganze Menschheit” ausschließt; dass wir ein globales pluralistisches Zentrum schaffen müssen, um über Weltprobleme zu diskutieren; dass Zusammenarbeit und Solidarität aller und nicht Individualismus die zentralen Werte einer Weltgesellschaft sind.

Die Grenzen des Erdsystems, das ein Projekt unbegrenzten Wachstums nicht toleriert, müssen erkannt und respektiert werden; wir müssen uns genauso gut um die Natur kümmern wie um uns selbst, denn wir sind Teil der Natur und sie gibt uns alle Güter und Dienstleistungen, die wir für das Leben brauchen. Wir müssen eine Kreislaufwirtschaft anstreben, die die berühmten “3-Rs” erfüllt; reduzieren, wiederverwenden (re-use) und alles recyceln, was in den Produktionsprozess eingetreten ist.

Die Wirtschaft muss von würdevoller und universeller Existenz sein und nicht auf Akkumulation Einiger auf Kosten aller anderen und der Natur beruhen. Eine Subsistenzwirtschaft reduziert unsere Bedürfnisse und führt zu Bescheidenheit und reduziert damit in hohem Maße die sozialen Ungleichheiten. Die neue Wirtschaftsordnung wird nicht vom Profit beherrscht, sondern von wirtschaftlicher Rationalität mit ökologischer und sozialer Vernunft.

Es wäre höchst rational und humanitär, ein allgemeines Mindesteinkommen einzuführen, damit die medizinische Versorgung ein universelles Menschenrecht (One World-One Health) würde, das nicht unbeachtet sein sollte. Es ist wichtig sicherzustellen, dass der Staat den Markt reguliert, die notwendige Entwicklung fördert und die Bedürfnisse der Allgemeinheit stillt, sei es bei Gesundheits- oder Naturkatastrophen.

Wir müssen das stets unbegrenzte human-spirituelle Kapital fördern, das auf Liebe basiert, auf Solidarität, der Suche nach dem rechten Maß, der Geschwisterlichkeit, dem Mitgefühl, dem Gefühl der Verzauberung der Welt und der unermüdlichen Suche nach Frieden.

             Ein Fahrplan zur Rettung von Leben: Die Erdcharta

Dies sind unter anderem einige der Lehren, die wir aus dem Coronavirus ziehen können. Unter Berufung auf die Erdcharta (UNESCO), eines der inspirierendsten offiziellen Dokumente für die Transformation unserer Lebensform auf dem Planeten Erde, “sind grundlegende Veränderungen unserer Werte, Institutionen und Lebensformen erforderlich… Unsere ökologischen, wirtschaftlichen, politischen, sozialen und spirituellen Herausforderungen sind miteinander verbunden, und gemeinsam können wir inklusive Lösungen finden» (Präambel c).

Welche Weltsicht und welche Veränderungen sollten einbezogen werden?

Wissen und Kenntnis der Informationen über die Realität zu haben, heißt noch nicht zu handeln. Was bewegt uns zum Handeln? Welche Weltsicht (Kosmologie) und welche Werte (Ethik) sollten wir einbeziehen? Ein wichtiger Text im letzten Teil der Erdcharta, an dessen Verfassung ich ebenfalls mitgewirkt habe, kann uns anleiten.

“Wie nie zuvor in der Geschichte ruft uns das gemeinsame Schicksal dazu auf, nach einem Neuanfang zu suchen. Dies erfordert einen Sinnes- und Herzenswandel. Es verlangt nach einem neuen Gefühl globaler Interdependenz und universeller Verantwortung. Wir müssen die Vision eines nachhaltigen Lebens auf lokaler, nationaler, regionaler und weltumspannender Ebene entwickeln und mit Fantasie anwenden” (Der Weg, der vor uns liegt)

Lasst uns feststellen, dass es nicht nur darum geht, den bereits eingeschlagenen Weg zu verbessern. Dies würde uns zu den zyklischen Krisen führen, die wir bereits kennen, und schließlich in eine Katastrophe. Es geht um die “Suche nach einem Neuanfang”. Wir sind berufen, die “Erde, unser Zuhause, das lebendig ist mit einer einzigartigen Lebensgemeinschaft” wieder aufzubauen (Erdcharta, Präambel a). Es wäre trügerisch, die Wunden der Erde mit Bandagen zu bedecken, in der Annahme, wir könnten sie auf diese Weise heilen. Wir müssen sie wiederbeleben und neugestalten, damit sie unser gemeinsames Zuhause sein kann.

“Das erfordert einen Sinneswandel.” Ein Sinneswandel bedeutet eine neue Blickweise auf die Erde gemäß der neuen Kosmologie und Biologie. Sie befindet sich in einem Moment des Evolutionsprozesses, der 13,7 Milliarden Jahre alt ist, und für die Erde, 4,3 Milliarden Jahre. Nach dem Urknall wurden alle physikalisch-chemischen Elemente über mehr als drei Milliarden Jahre im Herzen der großen roten Sterne geschmiedet. Bei der Explosion wurden die Elemente in alle Richtungen geschleudert, die die Galaxien, die Sterne wie die Sonne, die Planeten und die Erde bildeten.

Die Erde wimmelt von Leben, das vor etwa 3,8 Milliarden Jahren begann, ein sich beständig selbst schaffender und selbst organisierender systemischer Superorganismus. In einem fortgeschrittenen Moment ihrer Komplexität, vor etwa 8-10 Millionen Jahren, begann ein Teil der Erde zu fühlen, zu denken, zu lieben und anzubeten. Der Mensch tauchte auf, Mann und Frau. Sie sind Erde, bewusst und intelligent, deshalb werden sie Homo genannt, aus Humus gemacht.

Diese Weltsicht verändert unsere Vorstellung von der Erde. Die UNO hat sie am 22. April 2009 offiziell als Mutter Erde anerkannt, weil sie alles schafft und uns gibt. Deshalb ruft uns die Erdcharta auf: “Die Erde und das Leben in all ihrer Vielfalt zu respektieren und sich mit Verständnis, Mitgefühl und Liebe um die Gemeinschaft des Lebens zu kümmern” (Erdcharta 1 und 2). Wir können die Erde als Land kaufen und verkaufen. Wie jedoch Suquamish-Duwamish Grandfather Sealth, alias Seattle, feststellte: “Weder kaufen noch verkaufen wir unsere Mutter; wir lieben und verehren sie.” Diese Haltung zur Erde, unserer Mutter, muss wiederhergestellt werden. Das ist die neue Denkweise, die wir uns zu eigen machen müssen.

“Es erfordert einen Sinneswandel des Herzens.” Das Herz ist die Dimension tiefer Gefühle (Pathos), der Sensibilität, der Liebe, des Mitgefühls und der Werte, die unser Leben leiten. Besonders im Herzen findet man Fürsorge, die freundliche und liebevolle Form der Beziehung mit der Natur und ihren Lebewesen. Es hat mit der vernünftigen oder herzlichen Vernunft zu tun, mit dem limbischen Gehirn, das vor etwa 220 Millionen Jahren entstand, als Säugetiere in der Evolution auftauchten. Sie alle, ebenso wie der Mensch, haben Gefühle, sie lieben und kümmern sich um ihre Nachkommen. Das ist Pathos, die Fähigkeit zu lieben und geliebt zu werden, die tiefste Dimension des Menschen.

Die Vernunft (Logos), der Geist, den wir zuvor erwähnt haben, erschien erst vor etwa 8-10 Millionen Jahren, mit dem neokortikalen Gehirn, und in fortgeschrittener Form als Homo sapiens (heutige Menschen) vor etwa hunderttausend Jahren. In der Neuzeit hat sie sich exponentiell entwickelt, beherrscht unsere Gesellschaften und schafft die Techno-Wissenschaft, die großen Herrschaftsinstrumente und die Transformation des Antlitzes der Erde, einschließlich einer Todesmaschine in Form von Atomwaffen und anderen Dingen, die das menschliche Leben und das Leben der Natur beenden können.

Die Inflazion der Vernunft, der Rationalismus, hat eine Art Lobotomie geschaffen: Der Mensch hat Schwierigkeiten, den Anderen und sein Leiden zu fühlen. Wir müssen die rationale Intelligenz ergänzen, die notwendig ist, um die Überlebensbedürfnisse unseres Lebens zu stillen. Wir müssen sie mit emotionaler und vernünftiger Intelligenz ergänzen. damit wir vollständiger werden und mit Leidenschaft für die Verteidigung der Erde und des Lebens eintreten.

Wir brauchen das Herz, um sowohl den Schrei der Erde als auch den Schrei der Armen hören zu können und um, wie der chinesische Ministerpräsident Xi Jinping sagt: “eine Gesellschaft zu schmieden, die moderat versorgt ist” oder wie wir sagen: eine Gesellschaft mit nüchternem, sparsamem und solidarischem Konsum.

(Fortsetzung folgt)

Übersetzung von Bettina Goldharnack

*Leonardo Boff ist ein Ökologe, Theologe und Philosoph, von dem u. a. stammt: Mark Hathaway/Leonardo Boff,Befreite Schöpfung:Kosmologie-*Okologie-Spiritualität, Butzon&Bercker, Kevelaer 2016.

 

“Odeio o termo povos indígenas”:uma blasfêmia em dois atos

Publicamos aqui a indignação de um grande bispo, Dom Erwin Kräutler, da maior diocese do mundo, a do Xingu com 365 km qudrados. A razão são as declarações infames na famosa reunião do presidente com todos os ministros no sinistro dia 22 de abril de 2020. Austríaco, se naturalizou brasileiro e trabalhou 54 anos na Amazônia. Toda sua vida e atividade de pastor foi dedicada aos povos da floresta, aos indígenas e a todos os excluídos “do banquete da vida”. Falou no Parlamento brasileiro em defesa dos direitos dos indígenas, de suas reservas e de sua cultura. Em 1983 foi humilhado pela polícia militar e preso por estar defendendo canavieiros sem salário. Ao longo de 30 anos foi ameaçado de morte. Sofreu um acidente suspeito que tirou a vida do padre que o acompanhava Salvador Deian e deixou Dom Erwin por 6 meses no hospital. Foi ele que acolheu a Irmã Doroty Stang em 1982 e a sepultou no dia 12 de fevereiro de 2005, vítima de bárbaro assassinato. É mundialmente conhecido por sua defesa da Amazônia, dos indígenas e dos camponeses pobres. O Papa Francisco lhe tem especial carinho e respeito. Foi a ele que lhe pediu subsídios para os temas da “Querida Amazônia”. Fala tanto o grego clássico como a lingua dos Kayapó. Agora jubilado e com 80 anos segue sua luta pelos direitos dos mais humilhados e ofendidos e dos verdadeiros guardores da floresta: os povos originários.

Vale ler este texto, nascido da iracundia sagrada de um que se fez “parente dos índios”e que agora saiu em sua defesa contra a ofensa vergonhasa de um ministro de Estado. Lboff

          “Odeio o termo povos indígenas”,uma blasfêmia em dois atos

Quem vai esquecer a reunião ministerial do 22 de abril? Graças à liberação de um vídeo que cobriu toda a reunião pudemos assistir a uma sessão do governo que atualmente gerencia a res publica (a coisa publica, daí a palavra ‘República’) de nosso país. Se crianças ou adolescentes pronunciassem um dos 29 palavrões proferidos na ocasião levariam castigo em casa ou na escola. Falta completa de educação e civilidade no mais alto escalão do executivo do Brasil. Presidente e ministros perderam vergonhosamente a compostura que se espera de pessoas que ocupam cargos tão elevados.

Mas o que mais me revoltou, além da proposta descarada do ministro do Meio Ambiente Ricardo Salles de aproveitar o tempo de pandemia para “ir passando a boiada” à Amazônia, foi o espantoso aporte do ministro da Educação Abraham Weintraub: “Esse país não é [uma colônia]. Odeio o termo ‘povos indígenas’, odeio esse termo”. Não consigo entender que Weintraub que é de origem judaica usa expressões que recordam o ódio de Hitler e seus ministros ao povo judeu. A consequência desse ódio foi a “shoah”, o holocausto que ceifou a vida de seis milhões de judeus.

Ouvir da boca de um ministro da Educação essas palavras prova mais uma vez o curso anti-indígena desse governo que se alinha perfeitamente à famigerada expressão do general americano Philip Sheridan (1831 – 1888) “The only good indian is a dead indian” (O único índio bom é um índio morto). Já que tudo que Donald Trump pensa e fala inspira o governo Bolsonaro nas suas atitudes e tomadas de posição, não é de se admirar que um ministro desse governo siga essa sentença que na segunda metade do século XIX se tornou provérbio nos Estados Unidos e tem como pano de fundo o genocídio de milhões de indígenas durante a conquista do oeste norte-americano.

Na coleção de descarrilamentos do ministro da Educação cuja falta de educação já criou incidentes diplomáticos com o presidente da França e a China, esse vergonhoso deslize contra os povos indígenas do Brasil só teria enriquecido a biografia de um agente político desprezível, se não tivesse ainda outra cena abominável e blásfema que agora conspurca a face da nossa Igreja Católica. A Veja publicou na sua Coluna Radar de 7 de junho uma foto que retrata a visita, em 5 de junho, de um grupo que se diz católico, capitaneado pelo padre polonês Pedro Stepien. As e os integrantes deste grupo já são famosos por causa de seu frequente comparecimento juntamente com o mesmo sacerdote em frente ao Palácio da Alvorada para prestar culto ao “messias”. Desta feita, porém, foram ao gabinete do ministro da Educação Abraham Weintraub para “confortá-lo” depois de “uma semana tão desgastante” para ele. “Oraram pelo momento delicado do ministro” comenta a revista. Dessa iniciativa só se pode tirar a conclusão de que os visitantes consoladores apoiam as teses do ministro e assumem assim uma posição diametralmente oposta ao Papa Francisco e à Conferência Nacional dos Bispos do Brasil. E quem se coloca contra o Papa já perdeu a catolicidade.

Mas a história não termina aqui. O padre leva uma imagem de Nossa Senhora de Fátima ao gabinete do ministro e, ostentando a estátua, posa sorrindo ao lado de um Weintraub aparentemente comovido e também sorridente. O que queria esse Padre com essa encenação? Que relação esse ministro teria com Nossa Senhora de Fátima e sua mensagem aos pastorinhos na Cova da Iria em Portugal no ano 1917?

O padre demonstra que não conhece a história da América Indígena e do papel de Nossa Senhora junto aos povos originários. Certamente nunca ouviu falar que ela apareceu já em 1531 a um indígena de nome Juan Diego, canonizado inclusive pelo papa polonês, e lhe disse: “Eu sou a vossa Mãe bondosa, tua e de todos vós que viveis unidos nesta terra e dos outros povos, que me amem, que me invoquem, me procurem e confiem em mim; escutarei o seu pranto, as suas tristezas, para remediar e curar todas as suas penas, misérias e dores. Não se perturbe o teu coração. Acaso não estás sob a minha proteção e amparo? Não estás no meu regaço e entre os meus braços?”

Nossa Senhora se colocou ao lado e no meio dos povos indígenas e isso não apenas através de palavras carinhosas. A imagem milagrosa fala por si mesma. Mostra a Virgem Maria numa túnica usada pelas mulheres astecas para dizer que ela é Mãe dos astecas e de todos os indígenas. Ela pertence a esses povos tão sofridos e machucados e se solidariza assumindo feições indígenas. Acima da cintura há o laço que as indígenas usavam para indicar que estavam grávidas. E o filho de mãe indígena é indígena! Os raios de sol que circundam a mãe indígena simbolizam que ela está grávida de um Filho Divino.

Porque esse padre não levou a imagem de Nossa Senhora de Guadalupe para o gabinete do ministro para ensinar-lhe a quem Deus ama com um carinho todo especial a ponto de a Mãe de seu Filho assumir traços indígenas? Talvez o ministro e junto com ele o padre e seus correligionários teriam se dado conta de que odiar os povos indígenas é odiar a Mãe de Deus e o seu Filho Jesus, nosso Senhor!

 

Altamira, 12 de junho de 2020

Erwin Kräutler, bispo em. do Xingu

Coordenador da REPAM-Brasil

 

 

 

Meditazione della Luce: il cammino della semplicità

La stragrande maggioranza delle persone si conforma alle raccomandazioni ufficiali relative alle riunioni sociali, impedendo così la diffusione della Covid-19.

Molte cose possono essere fatte in questo ritiro forzato: una revisione della vita; quali lezioni trarre per il futuro; come cambiare in meglio; come guardare un film ecc. Ci offre anche l’opportunità di fare qualche esercizio di meditazione. Non solo per le persone religiose ma anche per coloro che, senza essere legati ad una religione, coltivano valori come l’amore, la cooperazione, l’empatia e la compassione.

Offro qui un metodo che chiamo “Meditazione della Luce: il cammino della semplicità”, che è molto antico in Oriente e in Occidente. Ha a che fare con lo spirito e con tutto il corpo umano, ma in particolare con il cervello, sede della nostra coscienza e della nostra intelligenza.

Non è questo il luogo per discutere le tre sovrapposizioni del cervello: il rettile che si riferisce ai nostri movimenti istintivi; il limbico, ai sentimenti, e il neocorticale, alla ragione, alla logica e al linguaggio.

Il cervello umano e i suoi due emisferi

Parliamo brevemente del cervello, che ha la forma di una conchiglia con due emisferi:

L’emisfero sinistro che è responsabile dell’analisi, del discorso logico, dei concetti, dei numeri e delle connessioni causali.

L’emisfero destro che è responsabile della sintesi, della creatività, dell’intuizione, del lato simbolico delle cose e dei fatti e della percezione complessiva.

Al centro c’è il corpo calloso che separa e allo stesso tempo unisce i due emisferi.

Un altro punto importante del cervello è il lobo frontale, sede della mente umana. Ci sono molte teorie sul rapporto tra cervello e mente. Diversi neuroscienziati sostengono che la mente è il nome che diamo alle realtà immateriali, elaborate nel cervello, come la vita affettiva, l’amore, l’onestà, l’arte, la fede, la religione, il rispetto e l’esperienza del divino e del sacro.

             La mente spirituale e il “punto Dio” nel cervello

Un altro punto da menzionare è la mente spirituale. L’antropologia culturale si è resa conto che in tutte le culture emergono sempre due costanti: la legge morale della coscienza e la percezione di una Realtà che trascende il mondo spazio-temporale e riguarda l’universo e il senso della vita. Si appoggiano su qualche struttura neuronale, ma non sono neuroni. Sono di natura diversa, finora inspiegabile. Molti neuroscienziati la chiamano la mente mistica. Preferisco un’espressione più modesta: mente spirituale.

Approfondendo la mente spirituale, altri neuroscienziati e neurolinguisti sono arrivati a identificare quello che hanno chiamato il punto Dio nel cervello. Hanno osservato che ogni volta che l’essere umano viene interrogato esistenzialmente sul significato del Tutto, dell’universo, della sua vita, e pensa seriamente ad una Realtà Ultima, si produce un’enorme accelerazione dei neuroni del lobo frontale. Punta verso un organo interno di qualità speciale. Hanno detto che così come abbiamo organi esterni, occhi, orecchie, tatto, abbiamo anche un organo interno, una conquista della nostra evoluzione umana. Lo hanno chiamato il punto di Dio nel cervello. Attraverso quel punto-organo afferriamo quella Realtà che unifica e sostiene tutto, dall’universo stellato alla nostra Terra e a noi stessi: la Sorgente che è tutto ciò che è. Ogni cultura le ha dato un nome: il Grande Spirito degli indigeni, Allah, Shiva, Tao, Jahvé, Olorum dei nagô e noi lo chiamiamo semplicemente Dio (che in sanscrito significa il Generatore della luce, da cui deriva anche la parola dia (giorno in portoghese).

                  La natura misteriosa della luce

Prima di focalizzarci sulla Meditazione della Luce, è opportuno dire una parola sulla natura della luce. Questa è considerata ad oggi come un fenomeno unico per la scienza, in particolare per la fisica quantistica e l’astrofisica, al punto che si è preferito dire: la comprendiamo meglio se la consideriamo come una particella materiale (che può essere bloccata da una piastra di piombo) e, contemporaneamente, come un’onda di energia che viaggia attraverso l’universo ad una velocità di 300 mila km al secondo. I biologi sono riusciti a comprendere che tutti gli organismi viventi emettono luce, i biofotoni, invisibili ai nostri occhi ma rilevabili da dispositivi sofisticati. La sede di questa bio-luce sarebbe nelle cellule del nostro DNA. Pertanto, siamo esseri di luce. Inoltre, la luce è uno dei più grandi simboli umani ed è anche il nome dato alla Divinità o a Dio come Luce infinita ed eterna.

          Meditazione della Luce: via orientale e occidentale

Andiamo infine al tema: com’è questa meditazione della luce? Fondamentalmente sia l’Oriente che l’Occidente concordano sulla stessa intuizione: dall’Infinito proviene un raggio di Luce sacro che colpisce la nostra testa (corpo calloso), penetra tutto il nostro essere (i chakra), attiva i biofotoni, guarisce le nostre ferite, ci solleva e ci trasforma anche in esseri di luce.

È noto il metodo buddista in tre passi: davanti a una candela accesa si concentra e dice: Io sono nella luce, la luce è in me; io sono luce. Questa luce si diffonde dal corpo a tutto ciò che lo circonda, alla Terra, alle galassie più lontane. Permette un’esperienza di non dualità: tutto è uno e io sono nel Tutto.

La via occidentale assomiglia a quella orientale. Fu praticata dai primi cristiani ad Alessandria d’Egitto che professavano che Dio era luce, Gesù, luce del mondo e lo Spirito Santo, la “Lux Beatissima”.

Seguimi con i seguenti passaggi: mettiti in un luogo confortevole, ad esempio ai piedi del letto quando ti alzi o prima di coricarti, o in un angolo più appartato. Concentrati sull’apertura del corpo calloso e invoca il raggio della Luce Beatissima che viene dall’infinito del cielo.

Questo raggio di Luce sacra, colpendo, consente l’unione dei due emisferi del cervello, producendo un grande equilibrio tra ragione e sentimento. Poi, lascia che quella Luce divina cominci lentamente a penetrare in tutto il tuo corpo: il cervello, le vie respiratorie, i polmoni, il cuore, l’apparato digerente, gli organi genitali, le gambe e i piedi. Fermala soprattutto nelle parti che sono malate e che causano dolore. Una volta che la Luce è scesa, falla tornare indietro, penetrando di nuovo tutto il tuo essere e gli organi dal basso.

                Benefici della meditazione della Luce

In primo luogo, inizia a sentire che questa Luce divina migliora le tue energie, porta leggerezza a tutto il tuo essere fisico e spirituale. Concediti un po’ di tempo per goderti quell’energia divina che ti dà piena energia. Infine, ringrazia lo Spirito di Luce che è lo Spirito Santo.

Lentamente il tuo corpo calloso si chiude e la persona diventa più spiritualizzata, più umanizzata e con più coraggio per affrontare il peso della vita.

Questo esercizio può essere fatto mentalmente sull’autobus, quando si ferma al semaforo, in fabbrica, in ufficio o in qualsiasi momento del giorno.

Tutte le persone che si abituano a fare questo tipo di meditazione – il cammino della semplicità – dicono che la loro salute diventa più resistente, ottengono maggiore chiarezza in questioni complicate e le idee fisse e i pregiudizi diventano più sopportabili. In breve, diventi un essere migliore e la tua luce si irradia sugli altri. Prova a fare questa semplice meditazione e vedrai il suo valore fisico e spirituale.

*Leonardo Boff è teologo e ha scritto Meditação da Luz: o caminho da simplicidade, Vozes, 2009 (Meditazione della Luce: il cammino della semplicità); e Tempo de Transcendência, Vozes 2009 (Tempo di trascendenza).

 

Per ordinarlo in portoghese: vendas@vozes.com.br

Traduzione a cura di Maria Gavito e Stefano Toppi

Una lettura “da cieco” della enciclica ecologica Laudato Si

Un cieco sente con le mani o con il bastone le cose più importanti che trova sul suo cammino. Proviamo allora, come un cieco nel suo cammino, a fare una lettura dell’enciclica ecologica di Papa Francesco, Laudato Si: sulla cura della Casa Comune, di cui abbiamo festeggiato i 5 anni pochi giorni fa (24/05/2015). Quali sono i suoi punti rilevanti?

Tanto per cominciare, questa non è un’enciclica “verde” che si limita all’ambiente, cosa predominante nei dibattiti attuali. Propone un’ecologia integrale che abbraccia l’ambiente, il sociale, la politica, la cultura, il quotidiano e lo spirituale.

Vuole essere una risposta alla crisi ecologica mondiale generalizzata perché “non abbiamo mai maltrattato e ferito la nostra Casa comune come negli ultimi due secoli” (n.53). Abbiamo fatto della Casa Comune “un’immensa discarica” (n.21). Inoltre: “Le previsioni catastrofiche non possono più essere considerate con disprezzo e ironia… il nostro stile di vita, essendo insostenibile, non può che portare a catastrofi” (n.161). La richiesta è di “una conversione ecologica globale” (n.5;216) che implica “nuovi stili di vita” (lo ripete 35 volte) e “cambiare il modello di sviluppo globale” (n.194).

Siamo arrivati a questa emergenza critica a causa del nostro esacerbato antropocentrismo, con il quale l’essere umano “si costituisce come dominatore assoluto” (n.117) della natura, strappato da essa, dimenticando che “tutto è interconnesso e quindi non può essere dichiarato autonomo dalla realtà” (n.117;120). Ha usato la tecnoscienza come strumento per forgiare “una crescita infinita… che suppone la menzogna della disponibilità infinita dei beni del pianeta, che porta a spremerlo al limite e oltre il limite” (n.106).

Nella parte teorica, l’enciclica incorpora un fatto della nuova cosmologia e della fisica quantistica: che tutto nell’universo è relazione. Come in un ritornello insiste sul fatto che “siamo tutti interdipendenti, tutto è interconnesso e tutto è in relazione con tutto” (cfr. nn. 16, 86, 117, 120), il che conferisce al testo una grande coerenza.

Un’altra categoria che costituisce un vero paradigma è quella della cura. Questo sarebbe in realtà il vero titolo dell’enciclica. La cura, in quanto è l’essenza della vita e dell’essere umano, secondo la favola romana di Higino così ben studiata da Martin Heidegger in Essere e Tempo, è ricorrente in tutto il testo dell’enciclica. Egli vede in San Francesco “l’esempio per eccellenza della cura” (n.10). “Cuore universale… per lui ogni creatura era una sorella legata a lui da vincoli di affetto, sentendosi chiamato a prendersi cura di tutto ciò che esiste” (n.11).

È interessante notare che Papa Francesco unisce l’intelligenza intellettuale, sostenuta dai dati della scienza, con l’intelligenza sensibile o del cuore. Dobbiamo leggere i numeri con emozione e relazionarci con la natura “con ammirazione e fascino (n.11)… prestare attenzione alla bellezza e amarla perché ci aiuta ad uscire dal pragmatismo utilitaristico” (n.215). È importante “ascoltare sia il grido della terra come il grido dei poveri” (n. 49).

Consideriamo questo testo, carico di intelligenza emozionale: “Tutto è in relazione, e tutti noi esseri umani siamo uniti come fratelli e sorelle in un meraviglioso pellegrinaggio, legati dall’amore che Dio ha per ciascuna delle sue creature e che ci unisce anche tra noi, con tenero affetto, al fratello Sole, alla sorella Luna, al fratello Fiume e alla madre Terra (n.92). È importante “promuovere una cultura della cura che impregni tutta la società” (n. 231), poiché in questo modo “si può parlare di una fraternità universale” (n. 228).

Infine, la spiritualità è essenziale all’ecologia integrale. “Non si tratta tanto di parlare di idee, quanto soprattutto delle motivazioni che derivano dalla spiritualità al fine di alimentare una passione per la cura del mondo. Infatti non sarà possibile impegnarsi in cose grandi soltanto con delle dottrine, senza una mistica che ci animi, senza «qualche movente interiore che dà impulso, motiva, incoraggia e dà senso all’azione personale e comunitaria» (n. 216). Anche qui evoca la spiritualità cosmica di San Francesco (n. 218).

Per concludere, è importante sottolineare che con questa enciclica, ampia e dettagliata, Papa Francesco si pone, come è stato riconosciuto da noti ecologisti, alla testa della discussione ecologica mondiale. In molte interviste ha fatto riferimento ai pericoli che la nostra Casa comune affronta, ma il suo messaggio è di speranza: “Camminiamo cantando! Che le nostre lotte e la nostra preoccupazione per questo pianeta non ci tolgano la gioia della speranza” (n. 244).

*Leonardo Boff è ecoteologo e ha scritto Francesco d’Assisi, Francesco di Roma, Emi 2014.

Traduzione di Maria José Gavito e Stefano Toppi.