Natürliche Spiritualität, Ethik, Fürsorge:Wie man den Weltuntergang verhindert

                 Leonardo Boff

Die Krise unserer Lebensweise auf diesem einen Planeten betrifft alle, bis hin zu den imperialen Nationen. Wer hätte gedacht, dass die demokratischen Werte der Vereinigten Staaten stark ausgehöhlt werden? Der ursprüngliche amerikanische Traum, so wiederholten die besten von ihnen, “beinhaltete eine neue Welt, in der die Menschen frei leben, um ihre Träume zu verwirklichen, in einem sozialen Umfeld, das aufgeklärte, verantwortungsbewusste und engagierte Bürger hervorbringt, mit einer leidenschaftlichen Sorge um die Würde und die Rechte des Einzelnen und der anderen im Hinblick auf das Gemeinwohl”. Offensichtlich war dies der Traum der Bevölkerung und nicht der der staatlichen Organe und des militärischen Sicherheitsapparates, die mit allen Mitteln, einschließlich des Krieges, ein Weltmachtmonopol anstrebten und immer noch anstreben. Der Traum war und ist hier anders.

Steven Rockefeller, Mitglied der Milliardärsfamilie Rockefeller, einer der Schöpfer der Erd-Charta, Buddhist und einer der gesprächigsten Menschen, denen ich während meiner Arbeit an der Charta begegnet bin, sagt uns, dass die jungen Menschen von heute diese Werte vergessen haben, egozentrisch sind, ihr eigenes Land verachten und ihren Sinn für Solidarität verloren haben. Er schließt mit den Worten: “Amerika ist eine Nation auf der Suche nach ihrer eigenen Seele” (Spiritual Democracy and our Schools, New York 2022, S.15).

Was über die Vereinigten Staaten gesagt wird, gilt praktisch für alle großen Länder, auch für unser eigenes, da wir alle voneinander abhängig und Geiseln der Kultur des Kapitals sind, die akkumulativ, materialistisch, konsumorientiert, ausgrenzend und unsensibel für das Schicksal der armen Mehrheit ist. Als Lehrer und Pädagoge hat Steven Rockefeller dieses Buch geschrieben, “um den amerikanischen Geist durch Erziehung von frühester Kindheit an zu erneuern”.

Es geht um drei Kategorien, mit denen ich mich identifiziere und mit denen ich seit Jahren im Hinblick auf ein neues Paradigma und einen anderen Erziehungsstil arbeite: Spiritualität, Ethik und Sorge für unser gemeinsames Haus.

Steven sieht die Spiritualität als eine wesentliche Dimension des menschlichen Wesens, die das gleiche Recht auf Staatsbürgerschaft hat wie der Körper, die Intelligenz, der Wille und die Psyche, weshalb sie natürlich ist. Natürliche Spiritualität ist angeboren. Religionen entstehen aus ihr als kulturelle Kanalisierung dieser ursprünglichen Tatsache.

Wie die Philosophie, die Tiefenpsychologie und die Neurowissenschaften uns gezeigt haben, sagt Steven, “ist Spiritualität eine dem Menschen angeborene Fähigkeit, die, wenn sie gepflegt und entwickelt wird, eine Seinsweise hervorbringt, die aus Beziehungen zu sich selbst und zur Welt besteht und die persönliche Freiheit, das Wohlbefinden und das Gedeihen des Gemeinwohls fördert” (S.10). Die natürliche Spiritualität stellt die unbeantwortbaren Fragen des Menschen: warum wir in dieser Welt sind, was uns nach diesem Leben erwartet und die Wahrnehmung einer Höchsten Wirklichkeit. Sie drückt sich aus durch bedingungslose Liebe, Ehrfurcht vor dem Universum, Solidarität, Fürsorge für alles, was existiert und lebt, und Mitgefühl für diejenigen, die leiden.

Diese Erkenntnis erinnert mich an das, was Michail Gorbatschow am Ende der Ausarbeitung der Erdcharta bei der UNESCO in Paris im Jahr 2000 sagte: “Wenn wir das Leben auf dem Planeten retten wollen, brauchen wir neue Werte und eine andere Spiritualität”. Mit anderen Worten: Unsere materiellen Güter und die Technik reichen nicht aus. All dies muss mit den Werten des Herzens, dem Sitz der Liebe, der Zuneigung, des Einfühlungsvermögens, der Ethik, der Fürsorge und der Spiritualität imprägniert werden. Nur so kann ein Band der Zuneigung und Solidarität mit allen Lebewesen und der Erde geknüpft werden, um sie zu retten. Die natürliche Spiritualität ermöglicht es uns, all dies zu fühlen, sie ist eine Art natürliches Organ unseres Lebens, das kein Teil unserer Natur ausreichend erfüllen kann. Die Quantenphysikerin Danah Zohar und ihr Ehemann, der Neurologe I. Marshall, haben nachgewiesen, dass wir etwas in uns haben, das sie “den Gottesfleck im Gehirn” nennen. Jedes Mal, wenn das Heilige und Spirituelle auf existenzielle Weise angesprochen wird, kommt es zu einer erheblichen Beschleunigung der Neuronen in einem Teil des Gehirns. Es handelt sich um eine Art inneres Organ, durch das die natürliche und angeborene Spiritualität jene kraftvolle und liebevolle Energie auffängt, die alles erhält und auch in uns wirkt (D. Zohar, The Quantum Being, Rio 1991).

Die natürliche Spiritualität bringt uns direkt zur Ethik im klassischen griechischen Sinne: das Haus (ethos), das gut gepflegt wird, jetzt das gemeinsame Haus, die Erde. Das “Ethos” strebt nach dem guten Leben. Ethik” sind die Mittel und Wege zur Verwirklichung des guten Lebens, durch die Tugenden der Liebe, der Gerechtigkeit, der Fairness, der Schönheit und anderer Tugenden, je nach den Gefühlen der verschiedenen Kulturen. Vom frühesten Alter an und im Erziehungsprozess muss die natürliche Spiritualität entwickelt werden, die immer von der Ethik des guten Lebens begleitet wird.

Heute besteht mehr denn je ein dringender Bedarf an Fürsorge, die nach dem römischen Mythos des Hyginus als das Wesen aller Lebewesen, insbesondere des Menschen, verstanden und von der Philosophie und Anthropologie erforscht wird (vgl. L. Boff. Saber cuidar: ética do humano-compaixão pela Terra, Vozes 2023). Kein lebender Organismus kann ohne Pflege überleben, wenn er sich selbst überlassen wird.

Derzeit prallen zwei Paradigmen aufeinander: das der Macht und das der Fürsorge. Die Moderne ist durch Macht als Herrschaft gekennzeichnet. Mit dieser Macht wurden die Völker unterjocht, viele zu Sklaven gemacht, die Natur gnadenlos ausgebeutet, die Materie, das Leben und die Erde selbst sind heute wenig nachhaltig. Das Paradigma der Fürsorge verzichtet auf Macht als Herrschaft und baut eine freundschaftliche Beziehung zur Natur auf und respektiert die Erde als Große Mutter und Gaia. Angesichts der Verwüstungen, die die Moderne angerichtet hat, ist das Paradigma der Fürsorge heute notwendig, wenn wir die ökologischen Bedingungen für unser Überleben gewährleisten wollen.

Die Menschheit steht am Scheideweg: Entweder sie folgt dem Weg der Macht, was eine unbegrenzte Ausbeutung der natürlichen Ressourcen bis zu dem Punkt bedeutet, an dem das Gleichgewicht der Erde angesichts des unumkehrbaren Klimawandels beeinträchtigt ist; dieser Weg könnte uns in ein ökologisches Armageddon führen. Oder wir können den Weg der Achtsamkeit einschlagen. Die Menschheit hält inne, besinnt sich auf die Risiken für ihr Überleben und schlägt dann einen wohlwollenderen Kurs ein, der von der Sorge für die Natur, füreinander und für die Erde geprägt ist. Andernfalls, so sagt die Erd-Charta, “riskieren wir unsere Zerstörung und die der Vielfalt des Lebens” (Präambel). Papst Franziskus sagte in Fratelli tutti: “Wir sitzen alle im selben Boot, entweder wir retten uns alle oder niemanden” (Nr. 24).

Wenn wir noch Zeit für diese Wende in unserem gemeinsamen Schicksal mit der Erde haben, werden wir überleben und eine andere Art der Bewohnung des Planeten einleiten, mit einem Gefühl der Zugehörigkeit und dem Bewusstsein, seine treuen Hüter zu sein.

Die Erziehung erfüllt diese messianische Mission, indem sie von Geburt an eine natürliche Spiritualität, eine Ethik der Erde und die Sorge für die Schöpfung freisetzt.

 Leonardo Boff, Autor von Cuidar da Casa Comum:como protelar o fim do mundo,Vozes 2024; Die Erde ist uns anvertraut, Butzon&Bercker,Kevelaer 2010.

Überzetzung von Bettina Goldhartnack

Il genocidio israeliano: espressione suprema del paradigma moderno?

 

     Leonardo Boff

Andiamo dritti al punto. La ritorsione dello Stato di Israele per l’atto terroristico del 7 ottobre perpetrato da Hamas nella Striscia di Gaza è stata profondamente sproporzionata. Avevano un diritto legalmente garantito all’autodifesa. Ma con il pretesto di dare la caccia e uccidere i terroristi, hanno attivato il loro sofisticato arsenale bellico. Centinaia di edifici sono stati distrutti, migliaia di bambini innocenti, donne e innumerevoli civili sono stati assassinati. Non si tratta di una guerra, ma di un vero e proprio genocidio e pulizia etnica, come denunciato dal segretario delle Nazioni Unite, António Guterres. Egli ha affermato che “la Striscia di Gaza si è trasformata in un cimitero di bambini”. Oggi c’è già un consenso tra i migliori analisti e famosi umanisti.

Nessun organismo internazionale e nessun Paese è intervenuto in difesa dei palestinesi disperati, rivelando la completa insensibilità, in particolare dell’Unione Europea, alleata e succuba degli Stati Uniti. Intrisa di spirito di potere/dominio, non fa nulla, come se appartenesse alla guerra, a tutti i tipi di crimini, compreso il genocidio, come hanno fatto per secoli in tutto il mondo. Il presidente Joe Biden ha dichiarato sostegno incondizionato a Israele, il che equivale a dargli carta bianca per intraprendere una guerra illimitata di auto-difesa, utilizzando tutti i mezzi. L’umanità è terrorizzata di fronte al quadro di sterminio e di morte nella Striscia di Gaza.

Siamo di fronte a un’irrazionalità totale e a una spaventosa disumanità. Per quanto sia difficile da accettare, dobbiamo sospettare, soprattutto noi che viviamo nel Grande Sud, un tempo colonizzato e oggi sottoposto a una ri- colonizzazione, che l’attuale genocidio sarebbe inscritto nel paradigma occidentale moderno e globalizzato. Questo esiste da secoli ed è ancora in vigore. Perché questa domanda tanto dura?

Seguite questo ragionamento: qual è il sogno più grande e la maggiore utopia che davano e danno ancora senso al mondo moderno più di tre secoli fa? Era e continua ad essere lo sviluppo illimitato, la volontà di potenza come dominio sugli altri, sulle classi, sulle terre da conquistare, sulle altre nazioni, sulla natura, sulla materia fino all’ultimo quark top e sulla vita stessa nel suo ultimo gene e su tutta la natura nei suoi biomi e nella sua biodiversità. La centralità è occupata dalla ragione. È accettato solo ciò che soddisfa i suoi criteri. Più del “cogito, ergo sum” (penso, dunque sono) di Cartesio è il “conquero, ergo sum” (conquisto, quindi sono) di Hernan Cortez, conquistatore e distruttore del Messico che esprime la dinamica della modernità.

I Papi dell’epoca Nicola V (1447-1455) e Alessandro VI (1492-1503) conferirono legittimità divina allo spirito di dominio degli europei. In nome di Dio, concessero alle potenze coloniali dell’epoca, ai re di Spagna e Portogallo “la piena e libera facoltà di invadere, conquistare, combattere, vendere e sottomettere i pagani e appropriarsi e applicare a proprio uso e utilità, i regni, domini, possedimenti e beni loro scoperti e da scoprire… poiché è opera ben gradita alla divina Maestà che le nazioni barbare siano trucidate e ridotte alla fede cristiana” (P. Sues, La conquista spirituale dell’America Spagnola, documenti, Petrópolis 1992, p.227).

Francis Bacon e Cartesio, tra gli altri fondatori del paradigma della modernità, non pensavano diversamente dai Papi: l’essere umano deve essere “maestro e padrone della natura” che non ha alcun scopo, poiché è solo una mera cosa estesa (“res extensa” di Cartesio) collocata a nostra disposizione. Bisogna “mettere la natura su un letto di forza, spingerla a rivelare i suoi segreti; dobbiamo metterla al nostro servizio come una schiava” (Francis Bacon).

Per cosa tutto questo? Per essere destinati a svilupparci ed essere felici. La scienza e la tecnica, la tecno-scienza, erano e sono tuttora i grandi strumenti del progetto di dominio. Per sottomettere al dominio, dovevano squalificare gli assoggettati e i colonizzati: sono più dalla parte degli animali che degli umani, sono sub-umani. Ricordiamo la famosa discussione tra il grande Las Casas con Sepúlveda, l’educatore dei re spagnoli. Quest’ultimo sosteneva che i popoli originari dell’America Latina non erano umani e dubitava che possedessero la ragione. Qualcosa di simile l’ha affermato il ministro della Difesa israeliano, Y. Gallant, riguardo ai terroristi di Gaza: sono “animali-umani e devono essere trattati come tali”. I nazisti paragonavano gli ebrei a topi da sradicare.

L’uomo occidentale europeo, figlio del paradigma potere/dominio, ha enormi difficoltà a convivere con ciò che è diverso. La strategia abituale è quella di emarginarlo o di incorporarlo o, eventualmente, di eliminarlo. In questa visione del mondo, bisogna sempre definire chi è amico e chi è nemico. Tocca a lui diffamare, combattere e liquidare (il giurista hitleriano Carl Schmitt). Non c’è da meravigliarsi che gli europei cristianizzati abbiano provocato le principali guerre nel continente o nelle colonie, causando più di 200 milioni di morti. Il loro cristianesimo era solo un ornamento culturale, mai un’ispirazione del Nazareno per una relazione fraterna e per un’etica umanitaria.

Tutti, con ragione, si inorridiscono dell’Olocausto che mandò 6 milioni di ebrei nelle camere a gas dei nazisti. Ma diamo un’occhiata all’orribile Olocausto avvenuto in America Latina (Abya-Yala nella lingua del popolo centroamericano). Nello spirito di conquista-dominazione dell’America Latina, tra gli anni 1492-1532 e negli USA dal 1607 in poi, i colonizzatori europei commisero il più grande sterminio mai effettuato: quelli uccisi dalle malattie dei bianchi o assassinati furono 61 milioni di rappresentanti dei popoli originari: dei Caraibi (4 milioni), del Messico (23 milioni), delle Ande (14 milioni), del Brasile (4 milioni) e degli Stati Uniti (16 milioni). Ciò è confermato dalla più recente ricerca di Marcelo Grondin e Moema Wiezzer, “Abya Yala: genocídio, resistenência e sobrevivência dos povos originários das Américas” (Ed. Bambual, RJ, 2021). Questo nostro Olocausto, secondo lo storico e filosofo tedesco Oswad Spengler (1880-1936), delegittima ogni credibilità che gli europei e la Chiesa associata al progetto coloniale possano parlare di dignità e diritti umani. Si uccise con la spada e con la croce.

Sulla base di questo tipo di dominio è emerso il capitalismo, come modo di produzione escludente, la sua attuale finanziarizzazione e la sua cultura. È un crimine contro la natura e l’umanità che 8 persone, secondo Oxfam International 2022, possiedano la stessa ricchezza della metà più povera della popolazione mondiale. Questa assurda accumulazione tollera che ogni anno si lasci morire di fame o di malattie derivate dalla fame, migliaia e migliaia di bambini.

È in questo contesto che, penso, debba essere compreso l’attuale genocidio perpetrato dallo Stato sionista di Benjamin Netanyahau. Starebbe inscritto nella logica del paradigma occidentale. Dopo l’ultima guerra mondiale (1939-1945) si sono costruite armi di distruzione di massa, al punto di aver creato il principio dell’autodistruzione. La ragione è diventata totalmente irrazionale. La marcia dell’irrazionalità sta prendendo il sopravvento sul corso del mondo, al di là di quanto sta accadendo tra Israele e la Striscia di Gaza. Con lucidità, Papa Francesco nella sua enciclica Come prendersi cura della nostra casa comune (Laudato Sì del 2015) ha visto nel paradigma tecnocratico dominante la radice dell’attuale e minacciosa crisi ecologica globale (n.101 ss).

Qual è stato il grande errore del paradigma della volontà di potenza (potere-dominio)? È stato quello di attribuire esclusivamente tutto il peso e tutto il valore alla ragione strumentale-analitica. Ha represso tutte le altre forme di conoscenza esercitate dall’umanità: la sensibilità, l’amore, la ragione simbolica tra le altre. Questa esclusione ha creato la dittatura della ragione. È scoppiato il razionalismo e la demenza della ragione. Perché solo una ragione demenziale può devastare la Terra, sorella e Madre che tutto ci dona, fino a mostrare i suoi limiti invalicabili. Peggio ancora, la ragione folle si è creata i mezzi per il suo completo sterminio.

Ma qual è stato l’errore più grande? È stato l’aver represso ed eliminato la parte più ancestrale ed essenziale della nostra realtà. In nome dell’oggettività della visione della ragione, ha eliminato l’emozione e il cuore. Ciò ha delegittimato la nostra dimensione di sensibilità, la nostra capacità di affetto. È il cuore che sente, ama e stabilisce legami di cura con gli altri e con la natura. Non si sente il battito del cuore che identifica valori e fonda un’etica cordiale e umanitaria.

Ha detto bene papa Francesco nel suo primo viaggio, a Lampedusa, dove arrivavano i fuggitivi dalle guerre del Medio Oriente o dell’Africa: «l’uomo moderno ha perso la capacità di piangere e di sentire gli altri come suoi simili». Poiché Netanyahu e il suo governo non riconoscono l’umanità nei terroristi di Hamas, hanno praticamente deciso di sterminarli con i mezzi letali più moderni. Non siamo arrivati ​​così all’estremo del paradigma della modernità? È probabile che ciò scateni una guerra globale nella quale l’umanità e gran parte della natura potrebbero scomparire.

Come uscire da questa impasse? Innanzitutto, abbiamo bisogno di salvare i diritti del cuore. Non basta il logos, serve anche il pathos. Dobbiamo riempirci di venerazione di fronte alla grandezza dell’universo e di rispetto di fronte al mistero di ogni essere umano, fatto fratello e sorella e compagno/a di avventura terrena. Non neghiamo la ragione necessaria per renderci conto della complessità delle società contemporanee. Ma rifiutiamo il dispotismo della ragione. Questa deve essere arricchita dalla ragione sensibile e cordiale. Una mente e un cuore uniti possono equilibrarsi a vicenda ed evitare così le tragedie delle guerre e dei genocidi nella nostra sanguinosa storia, in particolare quella che, sconvolti, stiamo vivendo in Terra Santa e, specialmente, il genocidio commesso nella Striscia di Gaza. Che il cielo ascolti il ​​pianto dei bambini che sotto le macerie hanno perso il padre, la madre, i fratelli e le sorelle. Sono diventati sopravvissuti alla grande tribolazione (cfr Ap 7,14) e ci riempiono di compassione.

Leonardo Boff ha scritto Direitos do coração, Paulus, São Paulo 2015.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

Spiritualità naturale, etica, cura: come prostergare la fine del mondo

        Leonardo Boff

La crisi del nostro modo di vivere su questo unico pianeta coinvolge tutti, comprese le nazioni imperiali. Chi avrebbe detto che ci sarebbe stata una grave erosione dei valori democratici negli Stati Uniti? Il sogno originale americano, ripetono i suoi migliori estimatori, «implicava un nuovo mondo in cui le persone vivessero libere di realizzare i propri sogni, in un ambiente sociale che generasse cittadini illuminati, responsabili e impegnati, con un’appassionata preoccupazione per la dignità e i diritti individuali e degli altri nella prospettiva del bene comune». Evidentemente questo era il sogno della popolazione, non degli organismi governativi e degli apparati militari di sicurezza che cercavano e ancora cercano con tutti i mezzi, guerra compresa, il monopolio del potere mondiale. Qui era ed è altro il sogno.

Ciò che sta accadendo dagli anni ’60, ci racconta Steven Rockefeller, della famiglia dei miliardari Rockefeller, uno degli ideatori della Carta della Terra, di opzione buddista, una delle persone più dialoganti con cui ho avuto modo di interagire nel lavoro di stesura di quella Carta, constata che l’attuale gioventù ha dimenticato i valori sopra menzionati, vive focalizzata sul proprio io, svaluta il suo proprio paese e ha perso il senso della solidarietà. Ha concluso dicendo: «L’America è una nazione alla ricerca della sua propria anima» (Spiritual Democracy and our Schools, N.York 2022, p.15).

Ciò che si dice degli Stati Uniti vale praticamente per tutti o per i principali paesi, anche per il nostro [Brasile], poiché siamo tutti interdipendenti e ostaggio della cultura del capitale, accumulatore, materialista, consumista, escludente e insensibile al destino della maggioranza povera. Come insegnante e pedagogo, Steven Rockefeller ha scritto il citato libro “per rinnovare lo spirito americano attraverso l’educazione fin dalla prima infanzia”.

Gestisce tre categorie con le quali mi identifico e con cui sto lavorando da anni, in vista di un nuovo paradigma e di un altro stile di educazione: la spiritualità, l’etica e la cura della Casa Comune.

Steven vede la spiritualità come una dimensione essenziale dell’essere umano con lo stesso diritto di cittadinanza del corpo, dell’intelligenza, della volontà e della psiche. Per questo è naturale. La spiritualità non può essere identificata con la religione, sebbene possano esserci delle interrelazioni tra loro. La spiritualità naturale è innata. Da essa nascono le religioni come canali culturali di questo dato originario.

Come dice Steven, ci hanno dimostrato la filosofia, la psicologia del profondo e le neuro-scienze, «la spiritualità è una capacità innata nell’essere umano che, quando coltivata e sviluppata, genera un modo fatto di relazioni con se stessi e con il mondo, promuove la libertà personale, il benessere e la fioritura del bene collettivo» (p.10). La spiritualità naturale pone le domande inevitabili dell’essere umano: perché siamo in questo mondo, cosa ci aspetta oltre questa vita e la percezione di una Realtà Suprema. Essa si esprime attraverso l’amore incondizionato, il rispetto per l’Universo, per la solidarietà, per la cura di tutto ciò che esiste e vive e per la compassione per coloro che soffrono.

Questa comprensione mi fa ricordare il discorso di Michail Gorbachev al termine della stesura della Carta della Terra nelle sale dell’UNESCO a Parigi nel 2000: “Se noi vogliamo salvare la vita sul pianeta abbiamo bisogno di nuovi valori e di una spiritualità diversa”. Cioè, non sono sufficienti i nostri beni materiali né la tecno-scienza. Tutto questo deve essere impregnato dei valori del cuore, della sete di amore, dell’affetto, dell’empatia, dell’etica, della cura e della spiritualità. Solo così possiamo stabilire un legame affettivo e solidale con tutti gli esseri e con la Terra e così, salvarli. Tutti gli esseri hanno un valore in sé, oltre l’uso umano. La spiritualità naturale ci permette di sentire tutto questo, è una sorta di organismo naturale della nostra vita che nessuna parte della nostra natura può svolgere adeguatamente. La fisica quantistica Danah Zohar e il marito neurologo, Ian Marshall, dimostrarono che abbiamo dentro di noi quello che hanno chiamato “il punto di Dio nel cervello”. Ogni volta che si affrontano temi Sacri e Spirituali in chiave esistenziale si verifica una notevole accelerazione dei neuroni in una parte del cervello. È una sorta di organismo interiore attraverso il quale la spiritualità naturale e innata capta quell’Energia potente e amorevole che sostiene tutto e agisce anche dentro di noi (D. Zohar, O ser quântico, Rio 1991).

La spiritualità naturale ci porta direttamente all’etica, nel senso greco classico: la Casa (ethos) ben curata, ora la Casa Comune, la Terra. L’ethos cerca il. L’“etica”, le forme e i modi per realizzare il “bem viver”, attraverso le virtù dell’amore, della giustizia, dell’equa misura, della bellezza e di altre virtù consonanti ai sentimenti delle diverse culture. Fin dalla più tenera età e nel processo educativo si deve portare alla luce la spiritualità naturale che è sempre supportata dall’etica del “bem viver”.

Oggi più che mai è urgente la cura, intesa come essenza di tutti i viventi, soprattutto dell’essere umano, secondo il mito romano di Igino, esplorato dalla filosofia e dall’antropologia (cfr. L. Boff. Saber cuidar: ética do humano-compaixão pela Terra, Vozes 2023). Lasciato a se stesso, nessun organismo vivente sopravvive senza la cura.

Attualmente si scontrano due paradigmi: quello del potere e quello della cura. Quello del potere attuale come dominio caratterizza la modernità. È stato con questo potere che i popoli si sono sottomessi, molti resi schiavi, la natura sfruttata senza pietà, la materia, la vita e la propria Terra con scarsa sostenibilità. Il paradigma della cura rinuncia al potere come dominio e stabilisce una relazione amichevole con la natura e rispetta la Terra come la Grande Madre e Gaia. Attualmente, con la devastazione in atto nella modernità, s’impone il paradigma della cura se vogliamo garantire le condizioni ecologiche per la nostra sopravvivenza.

L’umanità si trova a un bivio. O segue la strada del potere che comporta uno sfruttamento illimitato delle risorse naturali al punto da incidere sugli equilibri della Terra, dati i cambiamenti climatici irreversibili; questo percorso potrebbe portarci all’apocalisse ecologica. O segue il cammino della cura. L’umanità si ferma, riflette sui rischi per la sua sopravvivenza e poi imposta un percorso più benevolo, improntato alla cura per la natura, degli uni per gli altri e con la Terra. Caso contrario, dice la Carta della Terra, «rischiamo la nostra distruzione e quella della diversità della vita (Preambolo). Papa Francesco non dice un’altra cosa in Fratelli tutti: «siamo sulla stessa barca, o ci salviamo tutti o non ci salviamo nessuno» (n.24).

Se avremo ancora tempo per questa svolta nel nostro comune destino con la Terra, sopravviveremo e inaugureremo un’altra forma di abitare il pianeta, con sentimento di appartenenza e con la coscienza di esserne i fedeli custodi.

L’educazione può compiere questa missione messianica di riportare alla luce, fin dalla nascita, la spiritualità naturale, l’etica della Terra e la cura del creato. Lungo questo cammino ci sarà la salvezza.

Leonardo Boff ha scritto Cuidar da Casa Comum: como protelar o fim do mundo, Vozes 2024.

(traduzione dal portoghese di Gianni Alioti)

La espiritualidad natural, la ética, el cuidado:como protelar el fin del mundo

Leonardo Boff*

La crisis de nuestro modo de vivir en este único planeta nos envuelve a todos, hasta a las naciones imperiales. ¿Quién iba a decir que en Estados Unidos iba a haber una severa erosión de los valores democráticos? El sueño original americano, repiten sus mejores, «implicaba un nuevo mundo en el cual el pueblo vivía libre para realizar sus sueños, dentro de un ambiente social que generaba ciudadanos ilustrados, responsables y comprometidos, con una preocupación apasionada por la dignidad y los derechos  individuales y de los otros en la perspectiva del bien común». Evidentemente ese era el sueño de la población, no de los órganos gubernamentales y del aparato militar de seguridad que buscaban y siguen buscando por todos los medios, incluso bélicos, el monopolio del poder mundial.   Para estos el sueño era y es otro.

Lo que está ocurriendo desde los años 60, nos dice Steven Rockefeller, de la familia de los multimillonarios Rockefeller, uno de los ideadores de la Carta de la Tierra, de opción budista, una de las personas más dialogales con quien pude convivir en los trabajos de la redacción de dicha Carta, es que la juventud actual ha olvidado los valores mencionados, vive centrada en su propio yo, desprecia a su propio país y ha perdido el sentido de la solidaridad. Concluye  diciendo: “América es una nación en busca de su propia alma” (Spiritual Democracy and our Schools, N.York 2022, p.15).

Lo que se dice de Estados Unidos vale prácticamente para todos o para los principales países, también para el nuestro, ya que somos todos interdependientes y rehenes de la cultura del capital, acumulador, materialista, consumista, excluyente e insensible al destino de las mayorías pobres. Como profesor y pedagogo, Steven Rockefeller escribió el referido libro «para renovar el espíritu americano a través de la educación desde la más tierna infancia».

Maneja tres categorías con las cuales me identifico y con las cuales he trabajado desde hace años con vistas a un nuevo paradigma y otro estilo de educación: la espiritualidad, la ética y el cuidado de la Casa Común.

Steven ve la espiritualidad como una dimensión esencial del ser humano con el mismo derecho de ciudadanía que el cuerpo, la inteligencia, la voluntad, la psique. Por eso es natural. No se trata de identificar la espiritualidad con la religión, aunque pueda haber interrelaciones entre ellas. La espiritualidad natural es innata. De ella nacen las religiones como canalizaciones culturales de esta dimensión espiritual originaria.

Como nos lo han mostrado, dice Steven, la filosofía, la psicología de lo profundo y las neurociencias, la «espiritualidad es una capacidad innata en el ser humano que, cuando se alimenta y se desarrolla genera un modo de ser hecho de relaciones consigo mismo y con el mundo, promueve la libertad personal, el bienestar, y el florecimiento del bien colectivo» (p.10). La espiritualidad natural plantea las preguntas inevitables del ser humano: por qué estamos en este mundo, qué nos espera más allá de esta vida y la percepción de una Realidad Suprema. Ella se expresa por el amor incondicional, por la reverencia ante el Universo, por la solidaridad, por el cuidado hacia todo lo que existe y vive y por la compasión por quien sufre.

Esta comprensión me hace recordar las palabras de Mijaíl Gorbachev al cerrar la redacción de la Carta de la Tierra en la sede de la UNESCO en París en el año 2000: “Si queremos salvar la vida en el planeta necesitamos valores nuevos y otra  espiritualidad”. Es decir, no son suficientes nuestros bienes materiales ni la tecnociencia. Todo esto debe venir impregnado de los valores del corazón, sede del amor, del afecto, de la empatía, de la ética, del cuidado y de la espiritualidad. Sólo así se consigue establecer un lazo afectivo y solidario con todos los seres y con la Tierra y así salvarlos. Todo ser posee un valor en sí mismo, más allá del uso humano. La espiritualidad natural nos permite sentir todo esto, es una especie de órgano natural de nuestra vida que ninguna otra parte de nuestra  naturaleza puede desempeñar adecuadamente. La física cuántica Danah Zohar y su marido neurólogo, I. Marshall, demostraron que tenemos dentro de nosotros lo que llamaron “el punto Dios en el cerebro”. Siempre que de forma existencial se abordan lo Sagrado y lo Espiritual se verifica una aceleración de las neuronas de una parte del cerebro. Es una especie de órgano interior por el cual la espiritualidad natural e innata capta aquella Energía poderosa y amorosa que sustenta todo y que obra también en nuestro interior (D.Zohar, O ser quântico, Rio 1991).

La espiritualidad natural nos remite directamente a la ética, en el sentido clásico de los griegos: la Casa (ethos) bien cuidada, ahora la Casa Común, la Tierra. El “ethos” busca el bien vivir. La “ética”, las formas y maneras de concretar el bien vivir, por las virtudes del amor, de la justicia, de la justa medida, de la belleza y demás virtudes, según el sentir de la distintas culturas. Desde la más tierna edad y en el proceso educativo se debe esclarecer la espiritualidad natural que viene siempre acolitada por la ética del bien vivir.

Hoy más que nunca se hace urgente el cuidado, entendido como la esencia de todos los vivientes, especialmente del ser humano, según el mito romano de Higino, explorado por la filosofía y la antropología (cf.L. Boff. Saber cuidar: ética de lo humano-compaixão pela Terra,  Vozes 2023). Dejado a sí mismo, ningún organismo vivo sobrevive sin cuidado.

En la actualidad se están confrontando dos paradigmas: el del poder y el del cuidado. El del poder actual como dominación caracteriza la modernidad. Con este poder se sometieron pueblos, muchos esclavizados, se explotó despiadadamente la naturaleza, la materia, la vida y la propia Tierra, hoy en busca de sostenibilidad. El paradigma del cuidado renuncia al poder como dominación, establece una relación amistosa con la naturaleza y respeta a la Tierra como la Gran Madre y Gaia. Actualmente ante la devastación al modo de la modernidad, se impone el paradigma del cuidado si queremos asegurar las condiciones ecológicas para nuestra supervivencia.

La humanidad se encuentra en una encrucijada: o sigue el camino del poder que implica una explotación ilimitada de los recursos naturales hasta el punto de haber afectado al equilibrio de la Tierra, visto el cambio climático irreversible; camino que puede llevarnos a un armagedón ecológico. O sigue el camino del cuidado: la humanidad para, reflexiona sobre los peligros para sobrevivir y define un rumbo más benevolente, marcado por el cuidado de la naturaleza, de unos a otros y de la Tierra. En caso contrario, dice la Carta de la Tierra, «nos arriesgamos a nuestra destrucción y a la destrucción de la diversidad de la vida» (Preámbulo). No dice otra cosa el Papa Francisco en la Fratelli tutti: «estamos en el mismo barco, o nos salvamos todos o nadie se salva» (n.24)

Queda poco tiempo para dar un viraje a nuestro destino común con la Tierra, vamos a sobrevivir y a inaugurar otra forma de habitar el planeta, con sentimiento de pertenencia y con la conciencia de ser sus fieles guardianes.

La educación posee esta misión mesiánica de desentrañar desde el nacimiento la espiritualidad natural, la ética de la Tierra y el cuidado de la creación. Por ese camino habrá salvación.

*Leonardo Boff ha escrito Cuidar de la Casa Común: cómo retrasar el fin del mundo,Vozes 2024.