Debate com o partido Die Linke (A Equerdaq) da Alemanha

No contecto so ökumenischer Kirchentag de maio na Alemanha com o tema “Solidariedade e Justiça em tempos de Pandemia” participei de um debate como a Vice-presidente do partido Die Linke Petra Pau. Transcrevo as perguntas feitas por ela e minhas respostas. Tivemos ampla convergência de visões.

Questões levantadas por Petra Pau

.Wir leben im 21. Jahrhundert, einem historisch besonderen:Meine Negativthese ist: Die Menschheit ist rasant auf dem Weg, sich selbst und überhaupt alles Leben zu vernichten.

Meine Positive these: Erstmals gibt es mit der Solaroption und der Digitalisierung zwei Produktivkräfte, die im Marx`schen Sinne über den Kapitalismus hinaus weisen.Meine Frage ist: Teilen Sie meine Negativthese und was ist dagegen zu tun?

Minha resposta para a pergunta negativa

Zu erst, begrüße icj

ganz herzlich die Vizepräsidentin des Bundestags DIE LINKE, Petra Pau nd und auch Dr. Cornelia Hildebrandt, die die Vermittlung möglich gemacht hat, und alle aus Ihrer Fraktion DER LINKE und die, die uns vielleicht in dieser LIVE begleiten werden.

Zu Ihrer ersten Frage, nämlich Ihrer negativen These, dass die Menschheit auf dem Weg in ihre eigene Zerstörung ist, würde ich Folgendes sagen.

Um eine fundierte Antwort zu geben, würde ich sagen, dass wir zunächst einmal den Kontext betrachten müssen, in dem das Coronavirus aufgetreten ist. Jeder ist besorgt über Wissenschaft, Impfstoffe und Einschränkungen. Das ist richtig und notwendig.

Aber wir müssen sagen, dass das Virus die Frucht des Anthropozene ist. Das heißt, seine Hauptursache ist die uneingeschränkte Ausplünderung der Ressourcen der Natur durch den Kapitalismus. Sie ist zerstörerisch in die Natur eingedrungen und hat den Lebensraum für eine Reihe von Viren wie Ebola, Zika, Chikungunya und jetzt Covid-19 zerstört.

 Ich verstehe das Eindringen des Virus als eine Art Gegenangriff der Erde auf die Menschheit. Die Erde hat ihre Grenze erreicht. Sie verfügt über begrenzte Ressourcen, die ein unbegrenztes Wachstums-/Entwicklungsprojekt nicht zulassen. Dies ist die DNA des Kapitalismus.

Ich mache mir die Worte des großen französischen Naturforschers Jacob Monod zu eigen:

Wir sind zu sinnlosem und wahnsinnigem Verhalten fähig. Von nun an können wir alles, wirklich alles, fürchten, einschließlich der Auslöschung der menschlichen Rasse. Es wäre der gerechte Preis für unsere Torheiten und unsere Grausamkeiten“.

Hier ist meine Antwort: Entweder wir ändern unsere Beziehung zur Natur, nicht mehr aggressiv und zerstörerisch für das ökologische Gleichgewicht, zu einer Beziehung des Respekts für ihre Grenzen und der Sorge um die Erhaltung ihrer Vitalität, oder wir werden keine Zukunft haben.

Das Schicksal der Erde und der Menschheit liegt in unseren Händen. Wir haben keine andere Alternative: Entweder wir ändern das Paradigma, dessen Zentrum das Leben und nicht der Profit ist, und Wissenschaft und Technologie, um dem Leben und nicht dem Markt zu dienen, oder wir werden uns in den Zug derer einreihen, die auf ihr eigenes Grab zusteuern.

Resposta para a pergunta positiva

In Bezug auf Ihre zweite These, die positive, möchte ich  ehrlich Ihnem sagen, dass ich sie nicht so positiv finde.

Natürlich ist es wichtig, durch  alternative Energien wie Solar, Wind, Geothermie und andere das Kohlendioxid zu reduzieren. Auch neue Technologien wie Digitalisierung und künstliche Intelligenz die Arbetiswelt total verändern werden können.

Aber diese Lösungen befinden sich immer noch innerhalb des vorherrschenden Paradigmas, das  die Coronavirus-Katastrophe ermöglichte.

Sie verändern aber  nicht das Verhältnis des Menschen zur Natur. Hierin liegt das ganze Problem. Die Gründer des modernen Paradigmas, wie  Descartes und Francis Bacon, bechteteten den Menschen als Herren und Meister der Natur und nicht als Teil von ihr und auch nicht als di Hüter  ihrer Integrität  und Lebensfähigkeit. Ich vermute, dass  die kapitalistisch Unersättlichkeit an den natürlichen Ressourcen fortfahren wird mit den gefährlichen Auswirkungen, die wir kennen. Eine notwendige Wende müssen wir schaffen, wenn wir eine Zukunft haben wollen.

Ich befürchte was die Eigentümer der Finanzwelt, die großen Vermögen und Megakonzerne planen: der Menschheit eine Art kybernetischen Despotismus aufzuerlegen.

Mit künstlicher Intelligenz und ihren Milliarden von Algorithmen können sie jeden Menschen und die gesamte Menschheit kontrollieren, um ihr Vermögen und ihre Privilegien zu sichern.

Sie bilden die 0,1 % der Menschheit. Der Rest lebt am Ramde und würde als Untermenschen betrachtet werden.

Das heißt, wir hätten nichts von den Lektionen gelernt, die Covid-19 uns beibringen wollte. Wir können nicht zur früheren Normalität zurückkehren, denn das wäre zu pervers, mit zwei Ungerechtigkeiten: eine ökologische, die die Ökosysteme ausplündert, und eine soziale, die Millionen und Abermillionen von armen und miserablen Menschen schafft.

Das gemeinsame Schicksal ruft uns zu einem Neuanfang und nicht zu einer Wiederholung der Vergangenheit. Wenn wir es verlängern wollen, werden wir, wie gesagt, mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Wie der Papst Franziskus mit Rechrt sagte: Diesmal retten wir uns alle zusammen oder keiner wird gerettet.

Zum Schluss: wie sehen Sie die Zukunft?

Es scheint, dass meine Position hoffnungslos ist. Im Gegenteil: Ich nähre viel Zuversicht und Hoffnung.

Wenn wir uns die Geschichte der menschlichen Evolution anschauen, sehen wir, dass sie durch viele gefährliche Krisen gegangen ist. Aber es hat sich immer gehalten. Die gegenwärtige paradigmatische Krise ist vielleicht die gefährlichste, aber wir glauben, dass sie nicht die letzte und auch nicht die endgültige sein wird.

Wir nähren nicht die Skepsis des alten Martin Heidegger, der schrieb: “Nur noch ein Gott kann uns retten.

Ich glaube eher an den Vers von Hölderin: Wo die Gefahr groß ist, ist die Chance auf Rettung noch größer.

Deshalb hege und pflege ich die Hoffnung, dass wir durch diese gegenwärtige Krise mit Schmerzen und strenger Belehrung gehen werden.

Eines Tages wurden wir im Herzen der großen roten Sterne geboren. Wenn wir Söhne und Töchter der Sterne sind, ist das ein Zeichen dafür, dass wir auf dieser Welt sind, um zu leuchten und nicht durch den Cvid-19 zu sterben. Und wir werden glänzen. Außerdem glaube ich an die Worte der jüdisch-christlichen Schrift, die uns Gott als “den großen Liebhaber des Lebens” vorstellt. Wenn Gott so ist, wird er nicht zulassen, dass wir wegen eines gefährlichen und unsichtbaren Virus so elendig verschwinden.

Wir werden leben und leuchten.

Vielen, vielen Dank

Prof.Dr.Dr.Leonardo Boff

Consumare il mondo o salvaguardare il mondo? Paradigmi opposti. Un testo di Leonardo Boff

La pandemia ci mette, sempre più, davanti ai limiti del nostro paradigma capitalistico. In queste breve, intenso, testo, che pubblichiamo per gentile concessione dell’autore, il teologo brasiliano Leonardo Boff ci offre spunti per un diverso paradigma
etico-sociale.

Leonardo Boff

“Consumare il mondo” o “salvaguardare il mondo” sono una metafora, frequente in bocca ai leader indigeni, che mettono in discussione il paradigma della nostra civiltà, la cui violenza li ha quasi fatti scomparire. Ora è stato messo sotto scacco dal Covid-19. Il virus ha colpito come un fulmine il paradigma del “consumare il mondo”, ovvero sfruttare senza limiti tutto ciò che esiste in natura in un’ottica di crescita / arricchimento senza fine. Il virus ha distrutto i mantra che lo sostengono: centralità del profitto, raggiunto attraverso la concorrenza, la più agguerrita possibile, accumulato privatamente, a scapito delle risorse naturali. Se obbediamo a questi mantra, saremmo sicuramente sulla strada sbagliata. Ciò che ci salva è ciò che è nascosto e invisibile nel paradigma del “consumare il mondo”: la vita, la solidarietà, l’interdipendenza tra tutti, la cura della natura e l’uno dell’altro. È il paradigma imperativo della “salvaguardia del mondo”.

Il paradigma del “consumare il mondo” è molto antico. Proviene dall’Atene del V secolo a.C., quando lo spirito critico irruppe e ci fece percepire la dinamica intrinseca dello spirito, che è la rottura di ogni limite e la ricerca dell’infinito. Tale scopo era pensato dai grandi filosofi, dagli artisti, compare anche nelle tragedie di Sofocle, Eschilo ed Euripide ed è praticato dai politici. Non è più il medén ágan del tempio di Delfi: “niente di troppo”.

Questo progetto di “mangiarsi il mondo” ha preso forma nella stessa Grecia con la creazione dell’impero di Alessandro Magno (356-323), che all’età di 23 anni fondò un
impero che si estendeva dall’Adriatico al fiume Indo in India.

Questo “consumare il mondo” si è approfondito nel vasto Impero Romano, rafforzato nella moderna era coloniale e industriale e culminato nel mondo contemporaneo con la globalizzazione della tecno-scienza occidentale, espansa in tutti gli angoli del pianeta. È l’impero senza limiti, tradotto nello scopo (illusorio) del capitalismo / neoliberismo con la crescita illimitata verso il futuro. Basta prendere come esempio, di questa ricerca di crescita illimitata, il fatto che nell’ultima generazione sono state bruciate più risorse energetiche che in tutte le precedenti generazioni dell’umanità. Non c’è luogo che non sia stato sfruttato per l’accumulo di merci.

Ma ecco, è emerso un limite insormontabile: la Terra, limitata come pianeta, piccola e
sovrappopolata, con beni e servizi limitati, non può sostenere un progetto illimitato. Tutto ha dei limiti. Il 22 settembre 2020, le scienze della Terra e della vita lo hanno identificato come l’Earth Overshoot Day, ovvero il limite dei beni e dei servizi naturali rinnovabili, fondamentali per mantenere la vita. Si sono esauriti. Il consumismo, non accettando limiti, porta alla violenza, togliendo alla Madre Terra ciò che non può più dare. Stiamo consumando l’equivalente di una Terra e mezzo. Le conseguenze di questa estorsione si manifestano nella reazione dell’esausta Madre Terra: aumento del riscaldamento globale, erosione della biodiversità (circa centomila specie eliminate ogni anno e un milione in pericolo), perdita di fertilità del suolo e crescente desertificazione, tra altri fenomeni estremi.

Attraversare alcuni dei nove confini planetari (cambiamento climatico, estinzione di specie, acidificazione degli oceani e altri) può causare un effetto sistemico, facendo crollare i nove e inducendo così il collasso della nostra civiltà. L’emergere del Covid-19 ha messo in ginocchio tutti i poteri militaristici, rendendo inutili e ridicole le armi di distruzione di massa. La gamma di virus precedentemente annunciata, se non modifichiamo il nostro rapporto distruttivo con la natura, potrebbe sacrificare diversi milioni di persone e assottigliare la biosfera, essenziale per tutte le forme di vita.

Oggi l’umanità è presa dal terrore metafisico di fronte ai limiti insormontabili e alla
possibilità della fine della specie. Il Great Reset del sistema capitalista è illusorio. La Terra lo farà fallire.

È in questo drammatico contesto che emerge l’altro paradigma, quello della “salvaguardia del mondo”. È stato allevato in particolare da leader indigeni come Ailton Krenak, Davi Kopenawa Yanomani, Sônia Guajajara, Renata Machado Tupinambá, Cristine Takuá, Raoni Metuktire e altri. Per tutti loro c’è una profonda comunione con la natura, di cui si sentono parte. Non hanno bisogno di pensare alla Terra come alla Grande Madre, Pachamama e Tonantzin perché la sentono così. Proteggono naturalmente il mondo perché è un’estensione del proprio corpo.

L’ecologia del profondo e dell’integrale, come si riflette nella Carta della Terra (2000), nelle Encicliche di Papa Francesco Laudato SI: come prendersi cura della nostra casa comune (2015) e Fratelli tutti (2020), e il programma “Pace, Giustizia e Preservazione del Creato” del Consiglio Ecumenico delle Chiese, tra gli altri gruppi, hanno assunto la “salvaguardia del mondo”. Lo scopo comune è quello di garantire le condizioni fisico chimico-ecologiche che sostengono e perpetuano la vita in tutte le sue forme, in particolare la vita umana. Siamo già nella sesta estinzione di massa e l’Antropocene la sta intensificando. Se non leggiamo emotivamente, con il cuore, i dati della scienza sulle minacce che pesano sulla nostra sopravvivenza, difficilmente ci impegneremo a salvaguardare il mondo.

Papa Francesco ha seriamente ammonito nella Fratelli tutti: “O ci salviamo insieme o nessuno si salva” (n. 32). È un avvertimento quasi disperato se non si vuole “gonfiare il corteo di chi va alla propria tomba” (Z. Bauman). Facciamo il salto della fede e crediamo in ciò che dice il Libro della Sapienza: “Dio è l’amante appassionato della vita” (11,26). Se è così, non ci permetterà di scomparire così miseramente dalla faccia della Terra. Lo crediamo e lo speriamo.

Leonardo Boff ha scritto: Cuidar la Tierra-Proteger la vida, cómo evitar el fin del mundo, Record 2010; Covid-19, la Madre Tierra contraataca a la Humanidad: advertencias de la pandemia, Vozes 2020.

(Traduzione dal portoghese di Gianni Alioti).

Este Brasil faz mal à saúde

Publicamos este interessante artigo da Dra.Inez Padula Anderson “Esse Brasil faz mal à saúde”. Ela mostra como a saúde não é uma questão meramente individual. O ser humano vive dentro de uma teia de relações. A saúde depende em muito da qualidade destas relações. Atualmente nosso país vem atravessado por uma onda de ódio, de mentiras, de calúnias e ofensas a pessoas e a instituições. Tais atitudes são doentias em si mesmas e irradiam doenças que atingem o corpo, a mente, o espírito  e atmosfera social dentro da qual todos vivemos. Infelizmente somos (des)governados por uma autoridade suprema que revela forte pulsão de morte. Faz apologia das torturas e dos ditadores mais cruéis. Não elaborou nenhum projeto governamental de enfrentamento ao terrível Covid-19 que já fez mais de 400 mil vítimas. Antes, por palavras e atos fez-se aliado ao vírus.Raramente e de forma meramente  formal mostrou empatia para com as famílias enlutadas. A alma do Brasil está doente e adoece todo seu corpo social. Eu mesmo escrevi no meu blog/site um artigo na mesma linha da Dra.Inez: ”A lição do Covid-19: adoecemos a Terra e a Terra nos adoece”. A Mãe Terra inteira toda está doente porque lhe fizemos tantas agressões que acabou adoecendo. E como somos filhos e filhas da Mãe Terra ou melhor, somos a própria Terra que sente, pensa, ama e cuida, ela acabou nos adoecendo também. A demonstração disso é a intrusão do Covid-19. Só restabelecendo o pacto natural de amor e de cuidado para com ela e entre todos nós, poderemos vencer esta doença que nos ameaça a todos.

Leonardo Boff


Este Brasil Faz Mal à Saúde

Todas e todos sabemos que, além dos aspectos biológicos, fatores sociais, ambientais, psicológicos têm alto impacto nas condições de saúde das pessoas, das famílias e das comunidades.

Muitas vezes, ou talvez grande parte das vezes, não refletimos sobre isso na nossa vida em sociedade e seguimos, no ritmo frenético do cotidiano, sem questionar como estamos vivendo, o que acontece e o que está sendo feito relativamente a estes aspectos.

Naturalmente, cada pessoa, sua família, têm ou deveriam ter responsabilidade e condições de cuidar da sua saúde da melhor maneira possível.

Mas, quando falamos da saúde da população, dos grandes, dos macro-fatores que afetam a saúde de todos nós, ao fim e ao cabo, quem seriam os maiores responsáveis para cuidar destes aspectos?

As políticas públicas, os governos, os políticos, os empresários da saúde e da educação, os grandes empresários da comunicação e marketing, os grandes produtores de alimentos, os que detém maior poder de compra (não importa de que ramo) são os maiores e centrais atores que podem transformar as condições que nos circundam a todos e todas, em meio de cultivo de saúde ou de doença.

Estamos acostumados a pensar que a saúde é um bem, uma característica individual, que depende somente de a pessoa cuidar bem ou mal da sua saúde, e há quem ganhe (muito) com esta falsa premissa.

Infelizmente, a saúde não tem e nunca terá uma origem individual, uma vez que, apesar de se manifestar no individuo, a saúde e a doença serão sempre o resultado de aspectos de cunho individual, familiar, mas, fortemente, simultaneamente, de fatores sócio-ambientais e culturais. Sabemos que ela depende da água que bebemos, da comida que comemos, do ar que respiramos. Mas muitos se esquecem de alguns aspectos fundamentais que têm igual ou maior força na capacidade de nos adoecer ou nos manter saudáveis: a carga de estresse que vivemos, as condições de trabalho, as condições do tráfego, a presença ou ausência de espaço e tempo para o ócio, para o contato com a natureza, para a prática de atividades físicas, para o lazer e para a arte, para o tempo que temos para amar e ser amados, para dar e receber afeto, para cuidar do outro (o cuidado é essencial para nos concebermos como humanos), do reconhecimento e pertencimento a uma coletividade, de podermos nos identificar com uma cultura que nos orgulhe, enfim do tempo que passamos vivendo, ou simplesmente sobrevivendo.

O Brasil, esta bela e rica terra abençoada, que nos têm dado tantas possibilidades de ter saúde, nunca foi uma nação onde, de modo geral, os governantes, os políticos e detentores do poder, cuidaram bem do seu povo, ao contrário. Ao longo dos seus mais de 500 anos de história, salvo períodos espasmódicos, temos sido governados, direta e indiretamente, por representantes que mantém políticas que, cada vez mais, cuidam dos seus interesses individuais e corporativos, e que fazem e continuarão fazendo isso, sem remorso, sem quaisquer questionamentos de ordem ética. Estamos uma nação sem educação, sem amor-próprio; aporofóbica, racista e preconceituosa. Talvez o símbolo mais nefasto desta trajetória, e para o qual precisamos ter plena consciência – é que somos um povo que – em pleno século XXI – escolheu para presidente um homem que faz a apologia da morte, da tortura, do extermínio e age em conformidade com estes princípios.

Estou aqui me perguntando por que estou escrevendo tudo isso? Para quem? Quem sou eu? Penso que sou uma pessoa que tem sofrido, como tantos e tantas brasileiras e brasileiros, a tristeza de ver, especialmente nos últimos 3 anos, um país sendo despedaçado, de forma consciente e determinada por políticas públicas que não interessam ao povo brasileiro, exceto aquela parcela de sempre, que detém o poder e os benefícios deste modo de produção.

Sei que para enfrentar estes desafios não há solução mágica. Tenho somente convicção que não dependerá somente de uma pessoa, de um político… Dependerá de todas e todos, cada um de nós assumirmos alguma atitude que contribua para a reversão deste quadro.

Se o que escrevi contribuir para a reflexão, e quem sabe para alguma ação no sentido contrário a esta tragédia que estamos mergulhados, terá compensado.

Maria Inez Padula Anderson, mãe, avó, médica de família e comunidade, professora da Universidade do Estado do Rio de Janeiro, mestrado e doutorado em saúde coletiva e, atualmente, diretora cientifica da Sociedade Brasileira de Medicina de Família e Comunidade

It is not enough to be good, one must be merciful

The golden law, present in all religions and spiritual ways is: “love your neighbor as yourself”. Or to put it in other words: “don’t do to others what you don’t want them to do to you.

Christianity incorporates this minimal ethic and thus inscribes itself within this ancestral tradition. However, it abolishes all limits to love so that it is truly universal and unconditional. It states: “love your enemies and pray for those who persecute you, that you may be children of your Father. For He makes the sun rise on the evil and the good and rains on the just and the unjust. If you love those who love you, what advantage will you have? Do not the tax collectors do it too? If you greet only your brothers, what extraordinary thing is there in that? Don’t the pagans do it too? (Mt 5:44-47).

The version that St. Luke gives in his Gospel is instructive: “Love your enemies. In this way you will be sons and daughters of the Holy Father, for he is kind to the ungrateful and wicked; be merciful as the Father is merciful” (6:35-36).

This statement is deeply consoling. Who doesn’t sometimes feel “ungrateful and wicked”? It is then that we are comforted by these encouraging words: the Father is kind, in spite of our wickedness.And so we are relieved of the burden of our conscience that haunts us wherever we go. Here resound the consoling words of St. John’s first Epistle: “If our heart accuses us, know that God is greater than our heart” (1 John 3:20). These words should be whispered in the ear of every dying person with faith.

Such divine understanding brings us back to the words of one of the most encouraging psalms in the Bible, Psalm 103: “The Lord is rich in mercy. He is not always accusing, nor does he hold a grudge forever. The higher the heavens are above the earth, the more his mercy prevails. As a father has compassion on his sons and daughters, so the Lord has compassion on those who love him, because he knows our nature and what we are dust (9-14).

One of the characteristics of the biblical God is his mercy, because he knows that we are fragile and fleeting “like the flowers of the field; the breath of the wind is enough for us to be no more” (103:15). Even so, he never ceases to love us as beloved sons and daughters, and to pity our moral weaknesses.

One of the fundamental qualities of the image of God that the Master communicated to us was precisely his unlimited mercy.  For him it is not enough to be good. He has to be merciful.

The parable of the prodigal son illustrates this with rare human tenderness. The son had left home, squandered all his inheritance in a dissolute life, and suddenly, nostalgic, decided to return home. The father stayed a long time, waiting for him, looking at the corner of the road to see if he would show up. Behold, “while he was still a long way off”, as the text says, “the father saw his son and, moved with pity, ran to him and kissed him on the neck” (15:20). It is enough to be back in the father’s house. And he prepared for him, full of joy, a great feast.

This merciful father represents the heavenly Father who loves the ungrateful and the wicked. He welcomed with infinite mercy the son who had lost his way in life. The only son who is criticized is the good son. He served his father in everything, worked, kept all the commandments. He was good, very good. But for Jesus it was not enough to be good. He had to be merciful. And he was not. That is why he is the only one to receive a rebuke for not understanding his brother who returned.

But it is important to emphasize a point that shows the uniqueness of the message of the Nazarene. He wants to go beyond simply loving our neighbor as we love ourselves. Who is the neighbor for Jesus? It is not my friend, nor the one who is next to me. A neighbor for Jesus is anyone I approach, regardless of his or her origin or moral condition. It is enough to be a human being.

The parable of the Good Samaritan is emblematic (Lk 10:30-37). A nobody is lying by the roadside, “half-dead”, the victim of a robbery. A priest passes by, perhaps late in his service in the temple; a Levite also passes by, hurrying to prepare the altar. They both saw him and “passed by”. A Samaritan passes by, a heretic to the Jews; “he took care of him and showed mercy to him,” healing his wounds and taking him to an inn, and also leaving everything paid for and more that was needed. “Who of the three was next?” asks the Master. It was the heretic who approached the robbers’ victim. Love does not discriminate, every human being is worthy of love and mercy. Surely the priest and the Levite were good people, but they lacked the main thing: mercy, a heart that is moved by the pain of others.

In short, when Jesus tells us to love our neighbor, he means to love those who are unknown and discriminated against; he implies loving the invisible ones, the social zeros, those who nobody looks at and pass by, to love those who, at the supreme moment of history, when everything will be wiped out, he calls them “my little brothers”. “When you loved one of these, you did it to me” (Mt 25:40). Saint Francis was the one who best understood this unique “more” of Jesus’ message. That is why in his prayer he asks: “that I seek to console more than to be consoled, to understand more than to be understood, and to love more than to be loved.

Covid-19 is showing, especially in the peripheries, among the criticized members of the Landless and Homeless Movement and others, that the message of merciful love, lived by the Son of God is not extinguished and is still alive and burning.

Leonardo Boff is a theologian and wrote Jesus Christ Liberator, Orbis Books 1972, various editions.