Hass zu verbreiten und dabei „Gott über alles“ zu verkünden ist Blasphemie

Ich wünschte, ich bräuchte diesen Artikel nicht zu schreiben. Doch die akute gegenwärtige politische Krise und der Missbrauch, der in Gottes Namen begangen wird, fordern die öffentliche Funktion der Theologie heraus. Wie in jedem anderen Bereich hat auch die Theologie eine soziale Verantwortung. Es gibt Zeiten, zu denen der Theologe von seinem Katheder herabsteigen und ein paar Worte in die politische Arena richten muss. D. h. Missbräuche anzuprangern und gute Taten publik zu machen, selbst wenn diese Rolle des Theologen von manchen Gruppierungen missverstanden oder als Parteilichkeit angesehen werden kann, obwohl dies nicht der Fall ist.

Ich sehe mich demütig in der Tradition solch prophetischer Bischöfe wie Dom Helder Camara oder der Kardinäle Dom Paulo Evaristo Arns (denken wir an das Buch „Brasilien nie wieder“, das zum Sturz der Diktatur beigetragen hat) und Dom Aloysio Lorscheider, Bischof Dom Waldir Calheiros und andere, die in den düsteren Zeiten der Militätdiktatur von 1964 den Mut hatten, ihre Stimme zu erheben für die Verteidigung der Menschrechte und gegen das Verschwindenlassen und gegen Folter durch Staatsbedienstete.

Wir leben derzeit in einem Land, das zerrissen ist durch tief sitzenden Hass, durch gegenseitige Anschuldigungen mit einer Wortwahl untersten Niveaus und vielen Fake News, die selbst von den höchsten Autoritäten des Landes, dem derzeitigen Präsidenten, verbreitet werden. Auf diese Weise zeigen sich sowohl die fehlende Gelassenheit in seinem hohen Amt und die desaströsen Konsequenzen seiner Interventionen als auch die Absurditäten, die er im In- und Ausland von sich gibt.

Sein Wahlkampfslogan lautete und ist immer noch „Gott über allem und Brasilien vor allem“. Wir müssen diese Verwendung des Namens Gottes anprangern. Das zweite göttliche Gebot ist da eindeutig: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen. Nur ist die Verwendung des Namens Gottes hier nicht nur Missbrauch, sondern wahre Gotteslästerung. Warum? Darum, weil es nicht möglich ist, Gott in Beziehung mit Hass zu bringen, mit dem Anpreisen von Folter und Folterknechten und mit Bedrohungen seiner Gegner, so wie Bolsonaro und seine Angehörigen es tun. In den heiligen jüdisch-christlichen Schriften offenbart Gott seine göttliche Art als „Liebe“ und „Barmherzigkeit“. „Bolsonarismus“ betreibt eine Politik der Konfrontation mit den Gegnern, ohne Dialog mit dem Kongress, versteht Politik als Konflikt nach faschistischer Art. Dies hat nichts mit der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes zu tun. Folglich propagiert und legitimiert er von oben eine wahre Kultur der Gewalt, die es jedem Bürger erlaubt, bis zu vier Waffen zu besitzen. Eine Waffe ist kein Kinderspielzeug, sondern ein Mittel zum Töten oder zur Verteidigung, indem man seinen Nächsten verstümmelt oder tötet.

Bolsonaro erachtet sich selbst als religiös, doch hier handelt es sich um eine gehässige Religiosität. Sie scheint jeglicher Heiligkeit beraubt und offenbart einen verstörenden Mangel an Spiritualität oder Sinn für Engagement, weder für das menschliche Leben noch für die anderen Geschöpfe, insbesondere nicht für diejenigen, die weniger besitzen. Völlig zu recht sagt Papst Franziskus oft, dass er einen Atheisten guten Willens und mit einer ethischen Einstellung lieber mag als einen heuchlerischen Christen, der weder Liebe noch Mitgefühl für seinen Nächsten hat und keine humanistischen Werte pflegt.

Ich zitiere aus einem Text von einem der größten Theologen des vergangenen Jahrhunderts, der am Ende seines Lebens zum Kardinal ernannt wurde, dem französischen Jesuiten Henri de Lubac:

Wenn es mir an Liebe oder Gerechtigkeit mangelt, entferne ich mich unweigerlich von Dir, mein Gott, und mein Gottesdienst ist nichts anderes als Götzenanbetung. Um an Dich zu glauben, muss ich an Liebe und Gerechtigkeit glauben. Es ist tausendmal wertvoller, an Liebe und Gerechtigkeit zu glauben, als Deinen Namen auszusprechen. Es ist mir unmöglich, Dich zu finden, wenn ich von Liebe und von Gerechtigkeit getrennt bin. Diejenigen, die sich an Liebe und Gerechtigkeit orientieren, sind auf dem Weg, der zu Dir führt.“ (Sur les chemins de Dieu, Aubier 1956, S. 125).

Bolsonaro, sein Clan und seine Anhänger (wenn auch nicht alle von ihnen) orientieren sich weder an der Liebe noch schätzen sie die Gerechtigkeit. Aus diesem Grund sind sie von dem „göttlichen Milieu“ getrennt (Teilhard de Chardin), und ihr Weg führt sie nicht zu Gott. Es gibt Neupfingstliche Pastoren, die Bolsonaro als von Gott gesandt ansehen, doch das ändert nichts an der Haltung des Präsidenten, der im Gegensatz dazu den heiligen Namen Gottes umso mehr beleidigt, insbesondere wenn sie auf Youtube einen pornografischen Beitrag gegen den Karneval posten.

Was für ein Gott beraubt die Armen ihrer Rechte und erteilt den Reichen Privilegien? Was für ein Gott demütigt die alten Menschen, degradiert Frauen und verachtet die Bauern, indem er ihnen die Hoffnung auf eine Rentenversorgung nimmt?

Das Projekt der Sozialversicherung schafft zutiefste soziale Ungleichheiten, und doch haben sie die Stirn zu sagen, dass sie damit Gleichheit schaffen. Ungleichheit ist ein neutrales analytisches Konzept. Aus ethischer Perspektive bedeutet sie soziale Ungerechtigkeit. Theologisch betrachtet bedeutet Ungleichheit Sünde, die Gottes Plan der großen geschwisterlichen Gemeinschaft aller zuwiderläuft.

Der französische Ökonom Thomas Piketty, der berühmt ist für sein Buch „Das Kapital im 21. Jahrhundert“ (FCE 2014), schrieb auch ein ganzes Buch über die Ökonomie der Ungleichheiten (2015). Gemäß Piketty offenbart sich unsere soziale Ungerechtigkeit in der simplen Tatsache, dass 1 % der Menschen als Multimillionäre einen Großteil des Einkommens der Menschen weltweit unter ihrer Kontrolle haben und dass, laut Marcio Pochmann, ein Spezialist auf diesem Gebiet, in Brasilien die sechs reichsten Milliardäre so viel besitzen wie die 100 Millionen ärmsten Brasilianer (JB 25.09.2017).

Unsere Hoffnung ist, dass Brasilien größer ist als die herrschende Irrationalität und dass wir aus der aktuellen Krise in einem besseren Zustand hervorgehen.

Leonardo Boff Ökologe-Theologe-Philosoph und Mitglied der Erdcharta-Kommission

A ressurreição de um torturado e crucificado: Jesus de Nazaré

A páscoa da ressurreição deste ano se celebra no contexto de um país onde quase toda a população está sendo sufocada por um governo de extrema-direita que tem um projeto político-social radicalmente ultra-neoliberal. Ele se mostra sem piedade e sem coração pois desmonta os avanços e os direitos de milhões de trabalhadores e de pessoas de outras categoriais sociais. Coloca à venda bens naturais pertencentes à soberania do país. Aceita a recolonização do Brasil no intuito indisfarçável de repassar a nossa riqueza para as mãos de pequenos e poderosos grupos nacionais e internacionais. Não há qualquer sentido de solidariedade e de empatia para com os mais pobres e com aqueles que vivem ameaçados de violência e até de morte pelo fato de serem negros e negras, de habitarem em favelas, indígenas, quilombolas ou de outra condição sexual.

Andando por este país e um pouco pelo mundo, ouço, de muitas partes, gemidos de sofrimento e de indignação. Então, parece-me ouvir as palavras sagradas:”Eu vi a opressão de meu povo, ouvi os gritos de aflição diante dos opressores e tomei conhecimento de seus sofrimentos. Desci pra libertá-los e faze-los sair desse país para uma terra boa e espaçosa” (Ex 3,7-8).

Deus deixa sua transcendência (“Deus acima de todos?”), desce e se coloca no meio dos oprimidos para ajudá-los a fazer a passagem (pessach=páscoa) da opressão para a libertação.

Vale enfatizar o fato de que há algo de assustador e de perverso em curso: um chefe de estado exalta torturadores, elogia ditadores sanguinários e considera um mero acidente o fuzilmanto com 80 tiros, por militares, de um negro, pai de família. E ainda propõe o perdão pelos que promoveram o holocausto de seis milhões de judeus. Como falar de ressurreição num contexto de alguém que prega uma perene “sexta-feira santa” de violência? Ele tem continuamente o nome de Deus e de Jesus em seus lábios e esquece que somos herdeiros de um prisioneiro político, caluniado, perseguido, torturado e crucificado: Jesus de Nazaré. O que faz e diz é um escárnio, agravado pelo apoio de pastores de igrejas neo-pentecostais, cuja mensagem pouco ou nada tem a ver com o evangelho de Jesus.

Apesar desta infâmia, queremos celebrar a páscoa da ressureição que é a festa da vida e da floração como a do semi-árido nordestino. Após algumas chuvas, tudo ressuscita e reverdesse.

Os judeus, escravizados no Egito fizeram a experiência de uma travessia, de um êxodo da servidão para a liberdade em direção de “uma terra boa e vasta onde corre leite e mel”(símbolos de justiça e de paz: Ex 3,8). A “Pessach” judaica (Páscoa) celebra a libertação de todo um povo e não apenas de indivíduos.

A Pásscoa cristã se agrega à Pessach judaica, prolongando-a. Celebra a libertação da inteira humanidade pela entrega de Jesus, aceitando a injusta condenação à morte de cruz, imposta, não pelo Pai de bondade, mas como consequência de sua prática libertadora face aos desvalidos de seu tempo e por apresentar uma outra visão de Deus-Pai, bom e misericordioso e não mais um Deus castigador com normas e leis severas, fato inaceitável pela ortodoxia da época. Ele morreu em solidariedade para com todos os humanos, abrindo-lhes o acesso ao Deus de amor e de misericórdia.

A Páscoa cristã celebra a ressurreição de um torturado e crucificado. Ele fez a passagem e o êxodo da morte para a vida. Não voltou para a vida que tinha antes, limitada e mortal como a nossa. Mas nele irrompeu um outro tipo de vida não mais submetida à morte e que representa a realização de todas as potencialides presentes nela (e em nós). Aquele ser que vinha nascendo lentamente dentro do processo da cosmogênese e da antropogênese, alcançou por sua ressurreição tal plenitude que, enfim, acabou de nascer. Como disse Pierre Teilhard de Chardin, ele, plenamente realizado, explodiu e implodiu para dentro de Deus. São Paulo entre perplexo e encantado o chama de “novissimus Adam” (1 Cor 15,45), o novo Adão, a nova humanidade. Se o Messis ressuscitou, toda a sua comunidade, que somos todos nós, até cosmos do qual somos parte, participamos desse evento bem-aventurado. Ele é o “primeiro entre mutos irmãos e irmãs ( Rom 8, 29). Nós seguiremos a ele.

Apesar da “sexta-feira santa” do ódio e da exaltação da violência, a ressurreição nos infunde a esperança de que faremos a passagem (páscoa) desta situação sinistra para o resgate de nosso país, onde não haverá mais ninguém que ousará favorecer a cultura da violência nem exaltará a tortura, nem se mostrará insensível ao holocausto de milhões de pessoas. Aleluia. Feliz Páscoa a todos.

Leonardo Boff, téologo e filósofo, escreveu Paixão de Cristo-paixão do mundo”, Vozes 2005.

Warum weigert sich die offizielle Katholische Kirche, über Sexualität und den Pflichtzölibat zu diskutieren?

Es lässt sich nicht bestreiten, dass Papst Franziskus Mut zeigt, indem er offen das Problem der Pädophilie innerhalb der Katholischen Kirche angeht. Er ruft dazu auf, Pädophile (Priester, Mönche, Bischöfe und Kardinäle) den Zivilbehörden anzuzeigen, damit diese verurteilt und bestraft werden können. Bei der Zusammenkunft in Rom zum Schutz der Minderjährigen im Februar 2019 formulierte der Papst 8 Richtlinien, darunter „Null Pädophilie“ und „Schutz der Missbrauchsopfer“.

Papst Franziskus identifiziert die Wurzel des Problems als „die Geißel des Klerikalismus, der ein „fruchtbarer Boden für all diese Abscheulichkeiten“ darstellt. Klerikalismus meint hier die Konzentration der ganzen sakralen Gewalt im Klerus, unter Ausschluss anderer Stände, die über jeglichem Verdacht oder Kritik erhoben sind. Tatsächlich nutzen einige Kleriker diese Macht, die eigentlich Vertrauen und Ehrfurcht hervorrufen sollte, um Minderjährige sexuell zu missbrauchen.

Meiner Meinung nach jedoch sind weder der aktuelle Papst noch seine Vorgänger, aus Gründen, die ich darzulegen versuchen werde, mit den Themen Sexualität und Pflichtzölibat adäquat umgegangen.

Bezüglich Sexualität müssen wir anerkennen, dass die Kirche, diese pyramidal hierarchische Institution, schon historisch eine misstrauische und extrem negative Haltung in Bezug auf Sexualität innehatte. Die Kirche unterliegt hier einem irrigen Verständnis, das auf die Traditionen von Platon und Augustinus zurückgeht. Der Hl. Augustinus sah im sexuellen Akt den Ursprung der Erbsünde. Durch ihn trägt jeder Mensch, unabhängig von persönlicher Schuld, von Geburt an, in Solidarität mit den Ureltern, den Makel der Schuld.

Durch weniger auf Fortpflanzung abzielenden Sex gibt es weniger „massa damnata“. Die Frau, die die Nachkommen trägt, ist verantwortlich dafür, dass die Erbsünde in die Welt kommt. Aus diesem Grund wird der Frau das vollständige Menschsein aberkannt. Sie wird als „mas“ bezeichnet (was auf Lateinisch „unkompletter Mann“ bedeutet). Hierauf beruht das theoretische Fundament des Antifeminismus und des Machismo der Römisch-Katholischen Kirche.

So erklärt sich, warum dem Zölibat ein so hoher Wert zugeschrieben wird, denn ohne eine sexuelle Beziehung zu einer Frau werden keine Kinder geboren. Und damit wird die Erbsünde nicht weitergegeben. In den Analysen und Verurteilungen, welche die Pädophilie umgeben, muss das Grundproblem erst noch diskutiert werden: die Sexualität. Ein Mensch ist nicht durch sein Geschlecht definiert. In Körper und Seele wird der Mensch sexualisiert. Sexualität ist so essentiell, dass der Fortbestand des Lebens sie durchläuft. Doch dies ist eine mysteriöse und äußerst komplexe Realität.

Der französische Denker Paul Ricoeur, welcher philosophische Überlegungen zu Freuds psychoanalytischer Theorie anstellte, schrieb: „Tief im Innern bleibt die Sexualität womöglich undurchdringbar für Reflexion und unzugänglich für menschliche Domination; vielleicht bedeutet diese Kapazität, dass Sexualität nicht zu einer Ethik oder Technik reduziert werden kann“. Sexualität lebt zwischen dem Gesetz des Tages, an dem die etablierten Verhaltensmuster vorherrschen, und dem Gesetz der Nacht, in der die freien Impulse sich Raum schaffen. Nur eine Ethik des Respekts dem anderen Geschlecht gegenüber und permanenter Selbstkontrolle über diese vulkanische Energie können die Sexualität umwandeln in einen Ausdruck von Affektion und Liebe anstatt in Obsession.

Wie wir wissen, werden die Priesterseminaristen nur unzureichend vorbereitet, mit ihrer Sexualität umzugehen. Normale Kontakte zu Frauen werden so eingeschränkt, dass deren Identität einem gewissen Schwund unterliegen. Warum schuf Gott die Menschen als Mann und Frau? (Gn 1,27). Dies geschah nicht primär für die Fortpflanzung, sondern darum, dass Mann und Frau nicht allein zu sein brauchen und damit sie einander Gefährten würden (Gn 2,18).

Die Wissenschaft der Psyche zeigt, dass ein Mann erst unter den Augen einer Frau reift, und eine Frau unter den Augen eines Mannes. Mann und Frau sind jeweils komplett, aber auch reziprok, und sie bereichern sich gegenseitig durch ihre Unterschiedlichkeit.

Die Genetik zeigt, dass sich der Unterschied der Chromosomen zwischen Mann und Frau auf nur ein Chromosom begrenzt. Die Frau besitzt zwei X-Chromosomen, und der Mann hat nur ein X- und ein Y-Chromosom. Daraus lässt sich folgern, dass das grundlegende Geschlecht das weibliche (XX) ist und das männliche (XY) eine Differenzierung des weiblichen ist. Folglich gibt es kein absolutes Geschlecht, nur ein dominantes. Ein zweites Geschlecht“ gibt es in jedem Menschen, ob Mann oder Frau. Menschliche und sexuelle Reife liegt in der Integration der „Anima“ und des „Animus“, also in der weiblichen und männlichen Dimension, die in jeder Person präsent sind.

Der Zölibat wird aus diesem Prozess nicht ausgeschlossen. Er kann eine legitime Option sein, doch in der Katholischen Kirche wird er denjenigen aufgezwungen, die Priester oder Ordensmann/-frau werden möchten. Andererseits kann der Zölibat nicht aus der Unfähigkeit zur Liebe entspringen, sondern aus einer Überfülle von Gottesliebe, die sich auf die anderen überträgt, insbesondere auf diejenigen, denen es am meisten an Zuneigung mangelt.

Warum also schafft die Römisch-Katholische Kirche den Pflichtzölibat nicht ab? Das tut sie deshalb nicht, weil es ihrer Struktur widersprechen würde. Die Katholische Kirche ist, soziologisch gesprochen, eine total autoritäre, patriarchale, machistische und hierarchische Institution. Eine Kirche, die um die sakrale Gewalt herum strukturiert ist, trifft auf das, was C. G. Jung anprangert als „Wo Macht vorherrscht, da ist weder Liebe noch Zärtlichkeit“. Genau dies geschieht zum Teil mit Machismo und der Unbeugsamkeit in der Kirche. Um diesen Abweg zu korrigieren, predigt Papst Franziskus unermüdlich „die zärtliche und liebevolle Begegnung“. Der Zölibat existiert in Abhängigkeit von der isolierten und einzelgängerischen klerikalen Kirche.

Solange dieser Typus von Kirche vorherrscht, brauchen wir nicht zu erwarten, dass der Pflichtzölibat abgeschafft wird. Diese Regelung ist nützlich für diesen Typus Kirche, jedoch nicht für die Gläubigen.

Und wo ist der Traum des Jesus von Nazareth von einer geschwisterlichen und egalitären Gemeinschaft? Wenn Sein Traum sich erfüllen soll, muss sich in der Römisch-Katholischen Kirche alles ändern.

Leonardo Boff Ökologe-Theologe-Philosop  und von der Erdcharta Kommission

 

Comemorar 1964? Um golpe de classe usando as forças armadas

Os 55 anos do golpe militar, pela violência que implicou, agora devidamente tirada a limpo pela Comissão Nacional da Verdade, não pode deixar nenhum cidadão consciente na indiferência. Importa assinalar claramente que o assalto ao poder foi um crime contra a Constituição e uma usurpação da soberania popular, fonte do direito num Estado democrático.

O primeiro Ato Institucional de 9/4/1964 alijou este princípio da soberania popular ao declarar que “a revolução vitoriosa como Poder Constituinte se legitima por si mesma”. Nenhum poder se legitima por si mesmo; só o fazem ditadores que pisoteiam qualquer direito. O golpe militar configurou uma ocupação violenta de todos os aparelhos de Estado para, a partir deles, montar uma ordem regida por atos institucionais, pela repressão e pelo Estado de terror.

Bastava a suspeita de alguém ser subversivo para ser tratado como tal. Mesmo detidos e sequestrados por engano como inocentes camponeses, para logo serem seviciados e torturados. Muitos não resistiram e sua morte equivale a um assassinato. Não devemos deixar passar ao largo, os esquecidos dos esquecidos que foram os 246 camponeses mortos ou desaparecidos entre 1964-1979. E agora está sendo descoberta a eliminação de muitos indígenas, tidos como empecilho ao crescimento econômico. Sobre alguns deles foram lançadas até bombas de napalm.

O que os militares cometeram foi um crime lesa-pátria. Alegam que se tratava de um estado de guerra, um lado querendo impor o comunismo e o outro defendendo a ordem democrática. Esta alegação não se sustenta. O comunismo nunca representou entre nós uma ameaça real pois qualquer manifestação neste sentido era brutalmente reprimida, não sem o apoio da CIA dos EUA.

Na histeria coletiva do tempo da guerra fria, todos os que queriam reformas na perspectiva dos historicamente condenados e ofendidos – as grandes maiorias operárias e camponesas – eram logo taxados de comunistas e de marxistas, como ocorre atualmente no atual regime no qual as palavras “comunista” e “cultura marxista” são usados como termos de acusação e vitupério, como se estivéssemos ainda no tempo da guerra fria de 30 anos atrás.

Bispos como o insuspeito Dom Helder Câmara, sacerdotes trabalhando nas favelas, religiosas nos fundões de nosso país, leigos e leigas, defensores dos ideais democráticos e dos direitos humanos, intelectuais notáveis foram submetidos a rigorosa vigilância Contra eles não cabia apenas a vigilância. Muitos sofreram a perseguição, a prisão, o interrogatório aviltante, o pau-de-arara feroz, os afogamentos desesperadores. Os alegados “suicídios” camuflavam apenas o puro e simples assassinato.

Em nome do combate ao perigo comunista, se assumiu a prática comunista-estalinista da brutalização dos detidos. Em alguns casos se incorporou o método nazista de incinerar cadáveres como admitiu o ex-agente do Dops de São Paulo, Cláudio Guerra.

Causa espanto e constitui até um problema filosófico a falta de remorsos que o coronel reformado Paulo Magalhães há tempos, manifestou à Comissão Nacional da Verdade de ter atuado na Casa da Morte de Petrópolis, de ter torturado, assassinado, mutilado cadáveres e ter ocultado o corpo do deputado Rubens Paiva.

Rudof Höss, comandante do campo de extermínio nazista em Auschwitz que segundo seus próprios cálculos em sua autobiografia (Kommandant in Auschwitz,1961) mandou para as câmaras de gás cerca de um milhão de judeus, também não mostrava nenhum arrependimento. Divertia-se atirando ao leu sobre os prisioneiros e chorava com uma criança ao chegar em casa ao saber que seu passarinho preferido havia morrido. É o mistério da iniquidade.

O Estado ditatorial militar, por mais obras que tenha realizado ( “o milagre econômico” foi apropriado apenas por 10% da população, pelos mais ricos, no quadro de um espantoso arrocho salarial), fez regredir política e culturalmente o Brasil. Expulsou ou obrigou ao exílio nossas mais brilhantes inteligências e nossos artistas mais criativos. Afogou lideranças políticas e ensejou o surgimento de súcubes que, oportunistas e destituídos de ética e de brasilidade, se venderam ao poder ditatorial em troca benesses que vão de estações de rádio a canais de televisão e de outros benefícios sociais. E muitos deles estão ai, politicamente ativos e ocupando até altos cargos da administração do Estado “democrático”.

Os que deram o golpe de Estado deveriam ser responsabilizados moralmente por esse crime coletivo contra o povo brasileiro, como vários juristas já o tem pedido. Os militares se imaginam que foram eles os principais protagonistas desta façanha nada gloriosa como ainda pensa o atual presidente Jair Bolsonaro. Na sua indigência analítica, mal suspeitam que foram, de fato, usados por forças muito maiores que as deles. Disse-o acertadamente Tarso Genro, ex-governador do Rio Grande do Sul, numa entrevista ao Boletim Carta Maior (30/3/2014):O poder não foi apropriado diretamente pelos militares para eles próprios. Foi um projeto político dos setores mais conservadores e reacionários (burguesia nacional e os latifundiários) que tiveram nas forças armadas um apoio e um protagonismo muito grande”.

René Armand Dreifuss escreveu em 1980 sua tese de doutorado na Universidade de Glasgow com o título: 1964: A conquista do Estado, ação política, poder e golpe de classe (Vozes 1981). Trata-se de um livro com 814 páginas das quais 326 são cópias de documentos originais. Por estes documentos fica demonstrado: o que houve no Brasil não foi um golpe militar, mas um golpe de classe com uso da força militar.

A partir dos anos 60 do século passado, se formou o complexo IPES/IBAD/GLC. Explico: o Instituto de Pesquisas e Estudos Sociais (IPES), o Instituto Brasileiro de Ação Democrática (IBAD) e o Grupo de Levantamento de Conjuntura (GLC). Compunham uma rede nacional que disseminava ideias golpistas, composta por grandes empresários multinacionais, nacionais, alguns generais, banqueiros, órgãos de imprensa, jornalistas, intelectuais, a maioria listados no livro de Dreifuss. O que os unificava, diz o autor “eram suas relações econômicas multinacionais e associadas, o seu posicionamento anticomunista e a sua ambição de readequar e reformular o Estado”(p.163) para que fosse funcional a seus interesses corporativos. O inspirador deste grupo foi o maquiavélico General Golbery de Couto e Silva que já em “em 1962 preparava um trabalho estratégico sobre o assalto ao poder”(p.186).

A conspiração pois estava em marcha, há bastante tempo. Aproveitando-se da confusão política criada ao redor da renúncia do Presidente Jânio Quadros e da obstinada oposição ao Presidente João Goulart, que propunha reformas de base e principalmente a reforma agrária, e por isso, tido como o portador do projeto comunista, este grupo viu a ocasião apropriada para realizar seu projeto. Chamou os militares para darem o golpe e tomarem de assalto o Estado. Foi, portanto, um golpe da classe dominante, nacional e multinacional, usando o poder militar.

Conclui Dreifuss: “O ocorrido em 31 de março de 1964 não foi um mero golpe militar; foi um movimento civil-militar; o complexo IPES/IBAD e oficiais da ESG (Escola Superior de Guerra) organizaram a tomada do poder do aparelho de Estado”(p. 397).

Especificamente afirma: ”A história do bloco de poder multinacional e associados começou a 1º de abril de 1964, quando os novos interesses realmente tornaram-se interesses do Estado, readequando o regime e o sistema político e reformulando a economia a serviço de seus objetivos”(p.489). Todo o aparato de controle e repressão era acionado em nome da Segurança Nacional que, na verdade, significava a Segurança do Capital.

O grande golpe de misericórdia ao regime ditatorial foi a publicação, patrocinada pelo Cardeal de São Pulo, Dom Paulo Evaristo Arns, do livro Brasil Nunca mais (1984), utilizando materiais de 770 processos militares completos com um volume de mais de um milhão de páginas. Ai, em fontes do próprio sistema. apareciam as barbaridades cometidas nos porões da ditadura.

Militares inteligentes e nacionalistas que os há hoje em dia, deveriam dar-se conta de como foram usados por aquelas elites oligárquicas e antipopulares que não buscavam realizar os interesses gerais do Brasil mas sim, alimentar sua voracidade particular de acumulação, sob a proteção do regime autoritário dos militares.

A Comissão Nacional da Verdade prestou um serviço esclarecedor ao país ao trazer4 à luz toda esta trama. Ela simplesmente está cumprindo sua missão de ser Comissão da Verdade. Não apenas da verdade de fatos individualizados de violência aos direitos humanos, mas da verdade do fato maior da dominação de uma classe poderosa, (anti)nacional, associada à multinacional, para, sob a égide do poder discricionário dos militares, tranquilamente, realizar seus objetivos corporativos e excludentes. Isso nos custou 21 anos de humilhação, de privação da liberdade, perpetrou assassinatos e desaparecimentos e impôs um oneroso padecimento coletivo. Esta classe atuou fortemente no impeachment da Presidenta Dilma Rousseff e foi um esteio fundamental na vitória de Jair Bolsonaro.

Por fim, cabe ouvir as palavras da advogada Rosa Cardoso, advogada e defensora da prisioneira política Dilma Rousseff e hoje integrante da Comissão Nacional da Verdade numa entrevista ao Boletim Carta Maior de 20/02/2014: ”Primeiro quero dizer que até hoje as Forças Armadas devem um pedido de perdão à sociedade brasileira, com o que estariam assumindo uma posição civilizada e democrática, que é, afinal de contas, o que se espera dos militares no século 21. Lamentavelmente, até agora, não recebemos nenhum sinal, nenhuma mensagem, que nos indique que haja algum desejo, por parte dos militares, de pedir desculpas e de fazer uma autocrítica política sobre seu comportamento”.

Esta dívida eles a têm para com todo o povo brasileiro. E deverão um dia saldá-la. Assistimos, envergonhados, no dia 31 de março de 2019, usando os serviços oficiais do Estado, a exibição de um vídeo, ordenado pelo atual Presidente Bolsonaro, exaltando o golpe de 1964. Antes havia baixado ordem que nos quartéis se celebrasse esse fato, tido pelos historiadores, como hediondo, o golpe de 1964.

O dia primeiro de abril de 2019, 55 anos do golpe civil-militar, é um dia de pranto e de luto pelas vítimas da repressão mas também dia de ânimo porque a truculência não pode sufocar o sentimento de dignidade nem abater os ideais democráticos que se firmam mais e mais em nossa consciência nacional.

Infelizmente ascendeu à Presidência em 2019 o ex-capitão Jair Bolsonaro. Ele desavergonhadamente exalta a memória do terrível torturador Ulstra, nos USA dedica tempo para visitar a CIA, agência de informação que tantos golpes orquestrou nos anos 60 e posteriores, na América Latina, no Chile, para espanto de toda sociedade chilena e do próprio presidente Piñera saúda o ditador Pinochet e em Israel de Netanhiau apoia a repressão da população palestina. Esta figura atropela a Constituição, usa as mídias digitais para difundir falsas notícias para alimentar ódio na sociedade, desrespeitando abertamente as leis. Como asseverou um magistrado do Rio de Janeiro Rubens R .R. Casara, vivemos num “Estado pos-democrático” e num “Estado sem lei” (títulos de dois livros seus, de 2018 e 2019).

Estamos na iminência de uma nova tomada do poder de Estado por forças militares, dada a degradação da política oficial, inerte, inoperante e totalmente confusa. Talvez nem quereriam assumir um Estado falido, mas as circunstâncias dramáticas da desorganização social, da entrega de bens comuns sociais que fundam a soberania, a grupos estrangeiros, da violência disseminada em toda a sociedade, se sintam forçados a isso.

Ninguém sabe para onde estamos indo. Parece que estamos num voo cego e sem rumo. Mas a nossa crença é que o Brasil é maior que sua atual crise. Tiraremos duras lições dela mas sairemos mais maduros, democráticos e amantes desta porção ridente e maravilhosa do planeta Terra que é o Brasil.

Leonardo Boff é teólogo, filósofo, escritor e presidente honorário do Centro de Defesa dos Direitos Humanos de Petrópolis. Escreveu: Brasil: concluir a refundação ou prolongar a dependência, Vozes 2018.

Dedico este texto ao meu colega de seminário Arno Preis, cheio de fome de justiça e de liberdade, assassinado em Paraiso do Norte- GO no dia 15/2/1972;.